Full text: Gekauft und schon kaputt. Leben in einer Wegwerfgesellschaft?

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Die Wirtschaft interagiert vielfältig mit der natür-
lichen Umwelt. Dadurch wird zunehmend die 
physische Basis des Wirtschaftens gefährdet. 
Rockström et al. (2009) zeigen das Ausmaß 
der Einflussnahme der Menschen auf natürli-
che Systeme. Auf mehreren Ebenen besteht 
eine globale Bedrohung, z.B. Versauerung der 
Ozeane, globale Frischwasserübernutzung, 
Störung des Phosphorzyklus. In drei anderen 
Bereichen – Klimawandel, Biodiversitätsverlust 
und Störung des Stickstoffzykluses – haben wir 
scheinbar den von NaturwissenschafterInnen 
als sicher eingestuften Bereich (safe operating space) bereits verlassen (siehe Abb. 1). Mit Business-
as-Usual sind wir also auf Kurs für gleich mehrere globale Umweltdesaster.
Abbildung 1: 
Menschliche Beeinflussung der Natur 
Die anthropogenen Veränderungen von Klima, 
Land, Meere und Biosphäre der Erde sind nun 
so gravierend, dass das Konzept eines neu-
en geologischen Zeitalters, des Anthropozäns, 
seit einem Jahrzehnt breit und ernsthaft dis-
kutiert wird (Steffen et al., 2011, Tickell, 2011, 
Zalasiewicz et al., 2011). Unser derzeitiges 
Zeitalter, das Holozän („das völlig Neue“), 
wurde demnach zur Industriellen Revolution 
vom Anthropozän („Zeitalter des Menschen“) 
abgelöst. Als Ausweg aus dem Dilemma, Wirt-
schaftswachstum zu brauchen ohne die Um-
welt zerstören zu wollen, wird oft die Entkopp-
lung gesehen (siehe Abb. 2). Umwelttechnologie 
hilft dabei, ressourceneffizienter zu produzieren. Material- und Energieintensität ist in vielen Ländern 
in den letzten Jahrzehnten gesunken. Der Materialverbrauch pro produzierter Einheit BIP ist zwischen 
1975 und 2000 um 30 – 45 % gesunken. Relative Entkopplung von BIP und Ressourcenverbrauch ist 
also gelungen. 
produktLebensdauer aus 
ökoLoGisch-ökonomischer sicht
Sigrid Stagl
        

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