Full text: Gekauft und schon kaputt. Leben in einer Wegwerfgesellschaft?

www.arbeiterkammer.at J u n i  2 0 1 3   |  3
Immer mehr KonsumentInnen beschweren sich in der Konsumentenschutzberatung der Arbeiter-
kammer über Produkte, die knapp nach Ablauf der Gewährleistungsfrist kaputt gehen und sich auch 
nicht mehr reparieren lassen. Einfach Pech oder doch Absicht? Es gibt mittlerweile viele Hinweise 
darauf, dass es sich nicht immer um Zufall handelt sondern frühzeitiger Verschleiß programmiert ist. 
Dafür gibt es auch einen Begriff, nämlich „geplante Obsoleszenz“. 
Bei einer Online-Umfrage des Vereins für Konsumenteninformation nennen 75 Prozent der Befragten 
als häufigste Produkte, bei denen ein eingebautes vorzeitiges Ablaufdatum vermutet wird, elektroni-
sche Unterhaltungsgeräte. Ein besonderes Ärgernis sind Akkus, die so eingebaut sind, dass sie nicht 
getauscht werden können. Ist der Akku kaputt sind die Geräte reif für den Elektronikschrott. 
Gerne wird behauptet, dass die KonsumentInnen selber schuld sind, weil sie billigere Produkte wol-
len. Oft aber wären haltbarere Bauteile nicht oder nur geringfügig teurer. Viele Tests von unabhängigen 
Testmagazinen zeigen, dass Qualität nicht teurer sein muss. Es geht aber nicht nur um KonsumentIn-
nen – sondern auch um Umweltschutz. 
KonsumentInnen wünschen sich durchaus langlebige und vor allem leicht reparierbare Produkte. So 
wird in der Online-Umfrage des Vereins für Konsumenteninformation kritisiert, dass Reparaturen oft 
nicht möglich oder sehr teuer sind. „Reparieren statt wegwerfen“ ist ein immer stärker wachsendes 
Bedürfnis von Konsumentinnen und Konsumenten dem seitens der Unternehmen nicht ausreichend 
Rechnung getragen wird.
Im Rahmen dieser Fachtagung wurde das Thema der geplanten Obsoleszenz von Wissenschaftler-
Innen von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis zeigte 
Stefan Schridde auf, wie vorzeitiger Verschleiß in der Produktentwicklung entsteht. Auch ein Vertreter 
der Elektronikbranche kam zu Wort, der die Existenz der geplanten Obsoleszenz als Unternehmens-
strategie in Abrede stellte. Die hohe TeilnehmerInnenanzahl und die regen Diskussionen zeigen die 
Aktualität des Themas und bestärkt die Arbeiterkammer, sich weiter mit dem Thema auseinander zu 
setzen. 
Im vorliegenden Tagungsband werden die Inhalte und Diskussionen einer Fachtagung der Arbeiter-
kammer Wien im Juni 2013 zu diesem Thema dokumentiert.
Wir danken allen TeilnehmerInnen, ReferentInnen und dem Moderator für ihr Engagement und wün-
schen eine interessante Lektüre dieses Tagungsbandes. 
Gabriele Zgubic-Engleder 
Leiterin KonsumentInnenpolitik, Arbeiterkammer Wien
VorWort
        

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