Full text: Der mittelfristige Bedarf an Mitteln der Wohnbauförderung unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und der Sanierung

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4.1.2 Ausgaben der Wohnbauförderung 
Die in Abbildung 9 ersichtliche Spitze der Förderungsausgaben 2000 mit 2,95 Mrd. € ist 
auf den ab dem Folgejahr wirksamen Stabilitätspakt zwischen Bund und Ländern zurück 
zu führen. Von mehreren Bundesländern wurden damals in großem Umfang Maastricht-
wirksame Förderungsausgaben auf das Jahr 2000 rückgebucht. 
Direktdarlehen der Länder umfassten Mitte der neunziger Jahre über 50 % der Förde-
rungsausgaben. Ihr Anteil sank bis Ende der neunziger Jahre auf gut 40 % und hat sich 
mittlerweile wieder auf 45 % der Förderungsausgaben erhöht. Darlehensrückflüsse bilden 
ein wesentliches Potenzial für die zukünftige Dotierung der Wohnbauförderung.  
Korrespondierend stieg der Anteil der Annuitätenzuschüsse von 22 % Mitte der neunziger 
Jahre auf über 30 %. Problematisch sind AZ-Förderungen insbesondere im Neubau mit 
den hier unumgänglichen langen Laufzeiten und den damit verbundenen Zinsschwan-
kungsrisken. In der Sanierung mit den hier gebräuchlichen kürzeren Laufzeiten sind AZ-
Förderungen deutlich leichter handhabbar. In der Sanierung greifen die meisten Bundes-
länder (außer Burgenland und Kärnten) auf dieses Instrument zurück.  
Verlorene Zuschüsse wurden seit 2001 stark zurück gedrängt, nachdem sie Ausgaben im 
Sinne der Maastricht-Kriterien darstellen, und durch Darlehen oder andere Förderungs-
modelle ersetzt. Ihr Anteil sank von über 20 % Ende der neunziger Jahre auf zuletzt nur 
mehr 8 %. 
Die Ausgaben für die Wohnbeihilfe steigen sukzessive von 5 % Mitte der neunziger Jahre 
auf 8 % heute. Diese Entwicklung hat mehrere Gründe. Zum ersten zeigt sie die zuneh-
mende Verbreitung von gemischten Förderungsmodellen, bei denen mittels Objektförde-
rung Wohnungen mittlerer Preislage angeboten werden und sozial benachteiligte Grup-
pen mittels Subjektförderung zusätzlich gestützt werden. Zum zweiten haben mehrere 
Bundesländer die Wohnbeihilfe auf andere als objektgeförderte Wohnungen ausgeweitet 
(„allgemeine Wohnbeihilfe“). Zum dritten kommen die stagnierenden und in einzelnen 
Jahren rückläufigen Haushaltseinkommen zum Tragen. 
Nicht wohnbaurelevante Ausgaben für Maßnahmen zur Erreichung der Kyoto-Ziele bzw. 
Infrastruktur, wie sie seit dem Finanzausgleich 2001 zulässig sind, haben sich seither vor 
allem in Wien etabliert und zeigen bislang kaum Dynamik. Wien wendet die Mittel – im 
Jahr 2005 rund 110 Mio. € - für die Errichtung sozialer Infrastruktur, vor allem von Kinder-
tagesheimen, auf.
        

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