Full text: Der mittelfristige Bedarf an Mitteln der Wohnbauförderung unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und der Sanierung

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gen Effekt von etwas mehr als 20 Beschäftigten bringen (mit einer errechneten Elastizität 
von 0,07%), d.h. € 1 Mio. zusätzliche Ausgaben für die Sanierungsförderung induziert in 
etwa 40 Arbeitsplätze. Auch hier sind Unterschiede nach Sparten zu erkennen. Eine 
10%ige Steigerung der Förderausgaben würde lediglich im Wohnbau-Hauptgewerbe zu 
einer Ausweitung der Beschäftigung um 1,7% führen. Im Kleinnebengewerbe ist ein weit 
geringerer Effekt zu erwarten.  
Auch im Rahmen einer aktuellen WIFO-Studie wurden durchaus ähnliche Effekte nach-
gewiesen. Danach lösen Wohnbauinvestitionen mit der Schaffung von bis zu 12.000 Ar-
beitsplätzen je 1 Mrd. Euro die effizientesten direkten und indirekten Beschäftigungsef-
fekte unter den produzierenden Wirtschaftssektoren aus. Darüber hinaus erhöhen nach 
jüngsten WIFO-Berechnungen zusätzliche Investitionen in den Wohnbau in einer Grö-
ßenordnung von 1 Mrd. Euro die gesamtwirtschaftliche Produktion um 1,2 Mrd. Euro.  
Zusätzliche Förderungsausgaben von 200 Mio. Euro (Erhöhung der Förderungsausga-
ben um 10%) würden daher im Schnitt (bei gleichmäßiger Aufteilung auf den geförderten 
Neubau- und Sanierungsbereich) einen Effekt von etwa 10-11.000 zusätzlichen Beschäf-
tigten nach sich ziehen.  
 
5.2 REDUZIERUNG DER FÖRDERMITTEL UM 10% 
Durch eine Reduzierung der Förderungseinnahmen um 10% stünden den Ländern nur 
mehr Mittel in Höhe von gesamt 2,34 Mrd. Euro (Verminderung der Zweckzuschüsse des 
Bundes um 178 Mio., relative Reduzierung von Landesmitteln, eingeschränkte Verwen-
dung der Rückflüsse zu Förderungszwecken) zur Verfügung und damit keiner der ange-
strebten Förderungseffekte erzielbar. 
Zu rechnen wäre vor allem mit folgenden Auswirkungen: 
? Reduzierte Neubau- und Sanierungsleistung. Durch den dadurch bewirkten 
Druck auf den freifinanzierten Wohnungsmarkt bzw. raschen Verbrauch von 
Wohnungsreserven wäre mit einem weiteren Anstieg der realen Marktmieten 
innerhalb von 10 Jahren um rund 2,5% p.a. zu rechnen, wie im Rahmen einer 
Studie im Auftrag der AK Wien nachgewiesen werden konnte9.  
? Deutliche Verfehlung einer Forcierung der großvolumigen thermischen Sanie-
rungsquoten in Österreich sowie Erhöhung barrierefreien Wohnungsbestands 
in Österreich. 
                                            
9  W. Blaas, R. Wieser. Einfluss von Wohnbauförderung und Richtwertsystem auf die Mietenentwicklung. 
Studie des IFIP, Institut für Finanzwissenschaften und Infrastrukturpolitik der TU Wien. Wien, 2004.
        

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