Full text: Studie Staatsbürgerschaft

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1.1 Verleihung aufgrund eines Rechtsanspruchs 
 
Ein Rechtsanspruch auf die Verleihung der Staatsbürgerschaft besteht nur in folgenden 
Fällen8: 
 
? mind. 30-jähriger ununterbrochener Hauptwohnsitz im Bundesgebiet, oder 
? mind. 15-jähriger rechtmäßiger und ununterbrochener Aufenthalt, wenn eine nachhaltige 
persönliche und berufliche Integration nachgewiesen werden kann, oder 
? mind. sechsjähriger rechtmäßiger und ununterbrochener Aufenthalt, wenn seit mind. fünf 
Jahren eine aufrechte Ehe mit einer/m Österreicher/in besteht und die Eheleute im 
gemeinsamen Haushalt leben oder der Status "Asylberechtigte/r" vorliegt oder die 
einbürgerungswillige Person EWR-Staatsangehörige/r ist oder in Österreich geboren 
wurde oder die Verleihung aufgrund von bereits erbrachten und zu erwartenden 
außerordentlichen Leistungen auf wissenschaftlichem, wirtschaftlichem, künstlerischem 
oder sportlichem Gebiet im Interesse der Republik Österreich liegt. 
 
 
1.2 Verleihung aufgrund freien Ermessens 
 
Besteht kein Rechtsanspruch, entscheidet die zuständige Behörde nach freiem Ermessen. 
Die Behörde beurteilt das Vorliegen der allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen sowie 
das Gesamtverhalten der einbürgerungswilligen Person im Hinblick auf das allgemeine 
Wohl, die öffentlichen Interessen und das Ausmaß der Integration. 
 
In Österreich lebende Drittstaatsangehörige können gemäß § 10 StbG, wenn sie die 
allgemeinen Einbürgerungsbedingungen erfüllen, erst nach einer Mindestaufenthaltsdauer 
von zehn Jahren die Staatsbürgerschaft beantragen.9 Von diesen zehn Jahren müssen die 
StaatsbürgerschaftswerberInnen mindestens fünf Jahre im Inland niedergelassen gewesen 
sein. Vor Inkrafttreten der Staatsbürgerschafts-Novelle 200510 konnte nach einem 
mindestens zehnjährigen Bestand eines Hauptwohnsitzes im Bundesgebiet die 
Staatsbürgerschaft beantragt werden. Eine Aufenthaltsbewilligung oder eine 
Aufenthaltsberechtigung als Asylwerber oder Subsidiär Schutzberechtigter gelten nicht als 
Niederlassung, weswegen diese Personengruppe auch nach zehn Jahren Aufenthalt nicht 
eingebürgert werden kann. 
 
Seit der Staatsbürgerschaftsnovelle 2013, die seit 1.8.2013 in Kraft ist, ist gemäß 
§ 11a Abs 6 StbG eine Ermessenseinbürgerung bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen 
auch nach bereits sechs Jahren möglich.  
 
  
                                                          
8 §§ 11a, 12 StbG 
9 Gemäß § 11a StbG können EWR-StaatsbürgerInnen bei Erfüllung der allgemeinen Verleihungsvoraussetzungen bereits nach 
einem sechsjährigen ununterbrochenen und rechtmäßigen Aufenthalt in Österreich eingebürgert werden. 
10 Mit 23.3.2006 ist die Staatsbürgerschaftsrechts-Novelle 2005, BGBl. I Nr. 37/2006, in Kraft getreten.
        

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