Full text: Studie Staatsbürgerschaft

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rechtmäßigen und ununterbrochenen Mindestaufenthaltsdauer von sechs Jahren 
eingebürgert werden können.16 
 
 
5.1 Europäischer Vergleich 
 
Irland war in Europa der letzte Staat, der im Jahr 2004 das ius soli-Prinzip in seiner Reinform 
abgeschafft hat (Honohan 2010, 16). Seitdem werden in ausnahmslos allen europäischen 
Staaten, in denen dieses Prinzip zur Anwendung kommt, noch zusätzliche Bedingungen 
(z.B. Niederlassung oder Geburtsort der Eltern) an den Geburtsort geknüpft. Damit soll ein 
Mindestmaß an Bindung und Identifikation der Staatsangehörigen an den jeweiligen Staat 
gesichert werden (Weinbach 2005, 204). In der Mehrzahl der hier untersuchten Staaten wird 
das ius soli-Prinzip neben dem ius sanguinis-Prinzip berücksichtigt. Staaten, die das ius soli-
Prinzip eingeführt haben, haben tendenziell liberalere Staatsbürgerschaftsregime als jene 
Länder, die nur das ius sanguinis-Prinzip kennen. 
 
Eine Ausnahme bildet Schweden, wo zwar grundsätzlich das Abstammungsprinzip gilt, aber 
eine in Europa einzigartige Regelung für ausländische Kinder existiert. In Schweden 
erlangen Minderjährige nach nur fünf Jahren Aufenthalt, unabhängig davon, ob sie im In- 
oder Ausland geboren wurden, die schwedische Staatsbürgerschaft durch Erklärung an die 
Behörde (Howard 2009, 21).  
 
Es können drei Ausprägungen des Geburtslandprinzips voneinander unterschieden werden:  
 
1. ius soli bei Niederlassung von zumindest einem Elternteil im Inland: 
 
Im Inland geborene Kinder von ausländischen Staatsangehörigen (Zweite Generation) 
erwerben unter bestimmten Voraussetzungen automatisch mit der Geburt die 
Staatsbürgerschaft des Geburtslandes. 
 
Dies ist beispielsweise in Deutschland der Fall. Mit der Reform des deutschen 
Staatsangehörigkeitsgesetzes, das mit 1. Jänner 2000 in Kraft trat, führte der bis dahin 
traditionelle ius sanguinis Staat zusätzlich Elemente des ius soli ein. Nunmehr erwerben 
in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern automatisch mit Geburt die 
deutsche Staatsangehörigkeit, wenn zumindest ein Elternteil seit mindestens acht 
Jahren in Deutschland niedergelassen ist (Steinhardt 2007, 545). Diese in Deutschland 
geborenen Kinder können neben der deutschen noch zusätzlich die 
Staatsbürgerschaften ihrer Eltern erwerben, wenn das Heimatrecht der Eltern dem 
Abstammungsprinzip folgt. Ab Volljährigkeit bzw. dem 23. Lebensjahr muss jedoch eine 
Entscheidung zwischen der deutschen und der jeweils anderen Staatsangehörigkeit 
getroffen werden (Hailbronner 2012, 16).  
 
Auch im Vereinigten Königreich erwerben Kinder ausländischer Eltern automatisch mit 
ihrer Geburt im Inland die jeweilige Staatsbürgerschaft, wenn mindestens ein Elternteil 
im Inland dauerhaft niedergelassen ist (Sawyer/Wray 2012, 15f). 
 
  
                                                          
16 § 11a Abs 4 Z 3 StbG
        

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