Full text: Studie Staatsbürgerschaft

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die Betroffenen bedeutet. Eine sinnvollere Alternative zum derzeit geforderten 
Sprachnachweis wäre die Entwicklung eines Maßnahmenpakets von kostengünstigen, 
niederschwelligen und zielgruppenadäquaten Deutschkursen (z.B. „Mama lernt Deutsch“) für 
einbürgerungswillige Personen.  
 
Empfehlungen: 
 
? Entwicklung eines Maßnahmenpakets von kostengünstigen, niederschwelligen und 
zielgruppenadäquaten Deutschkursen für einbürgerungswillige Personen.  
? Verpflichtende Teilnahme an Deutschkursen als Grundvoraussetzung für die Verleihung 
der österreichischen Staatsbürgerschaft. 
 
 
8. Staatsbürgerschaftslehrgang statt Staatsbürgerschaftsprüfung 
 
Eine Grundvoraussetzung zur Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft ist ferner 
das erfolgreiche Bestehen einer Multiple-Choice-Prüfung über Grundkenntnisse der 
demokratischen Ordnung und der sich daraus ableitbaren Grundprinzipien sowie der 
Geschichte Österreichs und des jeweiligen Bundeslandes. Nach Ansicht von 
PädagogikexpertInnen stellt das bloße Abprüfen von Wissensständen anhand von Multiple-
Choice Prüfungen keine geeignete Maßnahme dar, politische Bildung zu vermitteln. Zudem 
stellt die Durchführung von Multiple-Choice Tests für Menschen ohne sekundäre oder 
tertiäre Bildung oftmals eine nicht zu bewältigende Hürde dar. Zu empfehlen wäre vielmehr 
die Entwicklung eines Staatsbürgerschaftslehrgangs für EinbürgerungswerberInnen. 
Modulare Schulungen haben gegenüber Multiple-Choice Tests den Vorteil, dass sie eine 
tiefgründigere Auseinandersetzung mit politisch und historisch komplexen Sachverhalten 
ermöglichen. In Unterrichtseinheiten könnten unter Anleitung von ExpertInnen Diskussionen 
und Lernprozesse angestoßen und auf vorhandene Kenntnisse Bezug genommen werden. 
Neu vermittelte Lehrinhalte ließen sich so nachhaltig in bestehendes Wissen integrieren.  
 
Empfehlung: 
 
? Verpflichtende Teilnahme an einem zu entwickelnden Staatsbürgerschaftslehrgang statt 
Staatsbürgerschaftsprüfung in Multiple-Choice Form  
 
 
9. Zusammenfassung der konkreten Empfehlungen 
 
Zusammenfassend werden die folgenden Punkte für eine Reform des österreichischen 
Staatsbürgerschaftsrechts priorisiert: 
 
? Senkung der Einkommensgrenzen auf die Höhe der ASVG-Mindestpensionen ohne 
Anrechnung wiederkehrender Belastungen sowie Einführung einer umfassenden 
Härteklausel für alle Personen, die aufgrund von unverschuldeten Notlagen (z.B. 
Arbeitslosigkeit) den Nachweis des gesicherten Einkommens nicht erbringen können.  
 
? Verkürzung der Aufenthaltsdauer für alle Personen, die zum dauerhaften Aufenthalt im 
Inland berechtigt sind, auf maximal sechs Jahre. Bei kurzfristigen Unterbrechungen des 
Aufenthalts sollte die verabsäumte Zeit nachgeholt werden können und nicht dazu 
führen, dass die Frist von neuem zu laufen beginnt.
        

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