Full text: Modal Split im Güterverkehr (52)

Themen Leerfahrten und Transportmenge eine wichtige Rolle, die bei Entscheidungen auf der 
Ebne der einzelnen Supply Chains zu wenig betrachtet werden. 
29. Zwangsvorgaben bei bestimmten Gütern (z.B. Abfall, Baumassen) 
(Massen)güter, die keinem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind und oftmals auch nur 
kurze Strecken transportiert werden, jedoch in vielen Fällen einerseits auf Grund der zu 
transportierenden Menge und andererseits aufgrund vorhandener Schienenanschlüsse 
deutliche Schienenaffinität aufweisen, können per Zwangsvorgabe (Gesetz oder Bescheid) zur 
Nutzung von Schiene (und/oder Schiff) verpflichtet werden. Beispiele für solche Güter sind 
Abfalltransport zu Müllverbrennungsanlagen oder zu anderen müllverarbeitenden Industrien 
und der Transport von Baumassen von und zu Großbaustellen. 
In diesem Fall kann in Zukunft auch die Raumplanung eine wichtige Rolle spielen (siehe 
Maßnahme 10). Die Errichtung zukünftiger Werke für die Verarbeitung entsprechender Güter 
sollte nur mehr ermöglicht werden, wenn ein Bahnanschluss gewährleistet wird. Erst dann kann 
ein entsprechender Bescheid zur verpflichtenden Nutzung der Schiene ausgestellt werden. 
30. Förderung von Anschlussbahnen in anderen Staaten thematisieren und lobbyieren 
Die Verkehrsmittelwahl hängt auch von Zutrittsmöglichkeiten an beiden Enden der 
Transportkette ab. Werden die Bedingungen in AT verbessert, kann dies nur dann zu deutlichen 
Verbesserungen führen, wenn auch auf der „anderen Seite“ im Ausland ein geeigneter Zugang 
geboten wird. Derzeit gibt es keinen europaweit koordinierten und auch finanzierten Ausbau 
von Anschlussbahnen. Eine solche Förderung zu initialisieren und die Diskussion dazu 
voranzutreiben ist daher eine wichtige Maßnahme, um zukünftig Verbesserungen auch am 
anderen Ende der Transportkette erzielen zu können. 
Eine weitere Möglichkeit (langfristig) ist die direkte Unterstützung des Ausbaus von 
Anschlussbahnen in anderen Staaten durch Österreich. Dies kann zum Teil stärkere Effekte als 
der Einsatz der gleichen mittel in Österreich ermöglichen, wenn der Mitteleinsatz entsprechend 
analysiert wird. 
31. Anschlussbahn-Förderpaket (Ausweitung der Investitionsförderung, Förderung der Erhaltung) 
Sowohl die Errichtung als auch der Betrieb einer Schlussbahn ist mit Kosten verbunden, die 
eine deutliche Einstiegsbarriere darstellen. Zu Reduktion dieser Barriere gibt es eine 
Anschlussbahnförderung. Mit dieser wird die Errichtung von Anschlussbahnen unter be-
stimmten Voraussetzungen gefördert. Der Aufkommensschwellenwert ist dabei relativ hoch und 
der Fördersatz relativ gering. Die laufenden Kosten der Erhaltung der Anschlussbahn sind 
aktuell nicht förderfähig. 
Eine entsprechende erhöhte Förderung, die auch die Erhaltung mit einbezieht reduziert die 
Einstiegsbarriere zum System Schiene. Damit kann eine Gleichstellung mit der Straße erreicht 
werden, da öffentliche Straßen von der öffentlichen Hand sowohl bereitgestellt als auch 
erhalten werden. 
32. Regionale Wirtschaftsförderung mit Schienennutzung bzw. mit Anschlussbahnzugang koppeln 
Wirtschaftsförderungen durch Bund, Land oder Gemeinden hängen von unterschiedlichen 
Kriterien ab. Die Transportabwicklung ist nur in den seltensten Fällen ein Förderkriterium. Macht
        

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