Full text: Modal Split im Güterverkehr (52)

man die Förderung von einer Nutzung des Schienengüterverkehrs in einem bestimmten 
Ausmaß und für bestimmte Verkehrsarten (z.B. Entfernungsklassen) abhängig, so ermöglicht 
dies, mit den Fördergeldern mehrere Ziele gleichzeitig zu verfolgen. 
Da die Regionalförderung jedoch sehr oft aus die Förderung peripherer Gebiete abzielt und in 
solchen Gebieten oftmals kein oder kein adäquater Bahnanschluss zur Verfügung steht, kann 
eine solche Vorgabe für Wirtschaftsförderungen in Interessenskonflikt mit anderen Zielen der 
Wirtschaftsförderung kommen. 
33. Senkung des IBE in der Fläche 
Die Nutzung der Schiene in der Fläche scheitert oftmals an den Kosten für die EVUs, die 
Betrieb in der Fläche aufrecht zu erhalten. Einen Teil der Kosten ist das IBE. Der Staat als 
Infrastruktureigentümer kann zur Schienennutzung in der Fläche beitragen, indem er das IBE in 
der Fläche möglichst gering hält und so allen EVUs einen Anreiz bietet, auch die Fläche zu 
Versorgen. 
34. Wiederanhebung der Kfz-Steuer 
Im Zuge der Einführung und der Erhöhungen der Maut wurde die Kfz-Steuer für LKW 
sukzessive reduziert und dabei auch dem durchschnittlichen Niveau in der EU angepasst. Mit 
dieser Reduktion reduziert sich der Einstieg in den Straßengüterverkehr. Eine Erhöhung kann 
eine Einstiegsbarriere wie sie für Anschlussbahnen existiert, zwar nicht ausgleichen, aber 
zumindest etwas annähern. 
Mit einer solchen Maßnahme wird aber auch das Ausflaggen und somit auch das 
Sozialdumping erhöht. Eine nicht erwünschte gegenteilige Wirkung kann die Folge sein. Eine 
niedrige Kfz-Steuer schütz vor allem die AT-Transportbranche, eine Erhöhung würde im 
Gegenzug auch nur die heimische Transportbranche und damit auch die heimischen 
Arbeitnehmer dieser Branche treffen. 
 
 
Die im vorigen Kapitel gelisteten Maßnahmen können in Abhängigkeit der unterschiedlichen 
Eigenschaften der Güterverkehre unterschiedliche Verlagerungswirkungen erzielen. Es ist daher 
notwendig, den österreichischen Güterverkehr nach seinen wesentlichen Eigenschaften mit 
Relevanz für den die Verkehrsträgerentscheidung zu analysieren. 
Neben der bestehenden Aufteilung der Güter auf Straße und Schiene, die einen wichtigen Hinweis 
auf die Affinität unterschiedlicher Güter zu den verschiedenen Verkehrsträgern aufzeigt, spielen die 
Güterart, die Entfernung und die Verkehrsart eine Rolle. 
Dementsprechend wird der Güterverkehr in Österreich hinsichtlich dieser Merkmale analysiert. Dazu 
stehen detaillierte Daten zum Alpenquerenden Güterverkehr 2009 (Herry Consult et al. 2011), zum 
Güterverkehrsaufkommen nach Verkehrsträger, Verkehrsarten und Warengruppen für 2009 aus 
Verkehr in Zahlen (BMVIT, Herry Consult 2012) und das Güterverkehrsaufkommen in Österreich im 
Detail im Jahre 2008 (Herry Consult 2011 unveröffentlicht) zur Verfügung.
        

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