Full text: Vermögensverteilung und -besteuerung in Österreich (4)

Sozial- und Wirtschaftsstatistik aktuell AK Wien 
 
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Ausgabe 4/2011 
Vermögensverteilung und –besteuerung in Österreich 
 
 
WUSSTEN SIE, DASS… 
? die reichsten 10% der Bevölkerung mehr als die Hälfte des Geldvermögens besitzen? 
? die reichere Hälfte der Bevölkerung über 98% der Immobilien verfügt? 
? jedes Jahr Immobilien im Wert von 3 Mrd. Euro vererbt werden? 
? in Österreich der Beitrag von Vermögen zur Finanzierung staatlicher Aufgaben seit 1990 
um mehr als 50% zurückgegangen ist? 
? unter den westlichen Industrieländern nur Tschechien einen geringeren Teil seiner 
Steuereinnahmen aus Vermögen erzielt? 
 
Zur Aktualität des Themas: 
Aufgrund der aktuellen Diskussion hat sich das Redaktionsteam des Sozial- und 
Wirtschaftsstatistik aktuell kurzfristig dazu entschlossen die Themenkomplexe 
Vermögensverteilung und Vermögensbesteuerung zu behandeln. Gerade im Bereich der 
Vermögensverteilung ist es jedoch alles andere als einfach zu zuverlässigen Daten zu 
gelangen. Um dennoch eine seriöse Darstellung zu ermöglichen wurde auf die Erhebungen 
der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zurückgriffen, wo seit einigen Jahren intensiv an 
der statistischen Erfassung dieses Bereichs gearbeitet wird. 
 
Vermögensverteilung 
Die Frage nach der Verteilung von Vermögenswerten ist keine Frage von Neid oder 
Missgunst. Vielmehr bildet das Vermögen, zusammen mit dem Einkommen, eine zentrale 
Grundlage für Lebensqualität, Gesundheit und Bildungschancen. Wer viel von (einem 
der) beiden hat, hat in aller Regel auch bessere Chancen im Leben. Je ungleicher 
Einkommen und Vermögen verteilt sind, desto ungleicher ist auch die Chancenverteilung in 
einer Gesellschaft. 
 
Verteilung des Geldvermögens 
Laut OeNB betrug das Geld- oder Finanzvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2009 440 
Mrd. Euro und damit etwa das 1,5-fache der gesamten Wirtschaftsleistung 
(Bruttoinlandsprodukt). Fast die Hälfte (48%) davon waren Bargeld und Spareinlagen, ein 
weiteres Drittel (35%) Wertpapiere und Lebensversicherungen. 
 
Im Jahr 2004 – das Jahr in dem die bisher einzige weitreichende Ermittlung der Höhe des 
Geldvermögens durchgeführt wurde – waren 54% des gesamten Geldvermögens im 
Besitz der reichsten 10% der Haushalte, die durchschnittlich fast 290.000 Euro besaßen. 
Im Schnitt hatte jeder österreichische Haushalt ein Geldvermögen von etwa 55.000 Euro. Da
        

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