Full text: Wohnen in Wien (7)

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Ausgabe 7/2013 
Da der Großteil der Wiener Haushalte in Mietwohnungen lebt, wird im Folgenden die 
Problematik bei den privaten Neuvermietungen genauer dargestellt. 
 
Tabelle 2: Neuvermietungen im Jahr 2011 in Wien 
 
Genossenschaft Gemeinde Privat 
Anzahl 11.240 13.027 27.722 
Bruttomiete/m? 
(inkl. Betriebskosten und Umsatzsteuer) 7,18 6,28 10,01 
Quelle: Statistik Austria 
 
Die Daten zu den Neuvermietungen aus den jeweiligen ‚Jahrgängen‘ des Mikrozensus sind 
leider immer erst mit einjähriger Verspätung zugänglich, daher sind die aktuellsten Werte 
jene für 2011. Die Tabelle spricht aber dennoch eine deutliche Sprache: Während die 
Bruttomieten für private Mietwohnungen bei ziemlich genau 10 Euro/m? liegen – inklusive 
Betriebskosten und Umsatzsteuer, aber ohne Heizung und Strom – sind Wohnungen bei 
Genossenschaften und der Gemeinde Wien deutlich billiger. Bei Genossenschaften beläuft 
sich die Kostendifferenz auf rund 2,8 Euro/m?, bei Gemeindewohnungen sind es sogar rund 
3,7 Euro. Die durchschnittliche Mietwohnung in Wien ist 70 m? groß. Das heißt, wer 2011 
eine solche Wohnung neu angemietet hat, erspart sich bei einer Genossenschaftswohnung 
relativ zur privaten Mietwohnung etwa 200 Euro im Monat, und bei einer Gemeindewohnung 
sogar 260 Euro.  
 
Tatsache ist, dass der überwiegende Teil des privaten Mietwohnungsbestandes in Wien 
bereits vor 1945 errichtet wurde – von den rund 267.000 privaten Mietwohnverhältnissen 
2011 waren rund 211.000 in Altbauwohnungen. Diese Wohnungen unterliegen damit bis auf 
wenige Ausnahmen dem Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes und die Mieten 
sind durch das Richtwertsystem begrenzt. Tatsache ist leider auch, dass erstens vielen 
Wohnungssuchenden diese Regelungen nicht bekannt sind und zweitens das Gesetz selbst 
sehr intransparent ist, was es auch Gerichten verunmöglicht, eine eindeutige, gesetzlich 
zulässige Miete für eine bestimmte Wohnung festzumachen. Die Konsequenz ist, dass 
private VermieterInnen in Altbauten sehr häufig viel mehr an Miete verlangen als gesetzlich 
zulässig wäre. Vor allem bei befristeten Verträgen wo laut Gesetz ein Befristungsabschlag 
von 25% vorgesehen ist.  
 
Mieten bei Neuvertragsabschluss im Altbau gesetzeswidrig überhöht 
In den nächsten beiden Tabellen wird das Ausmaß dieser Problematik anhand der 
verfügbaren Mikrozensusdaten geschätzt.
        

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