Full text: Wohnen in Wien (7)

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Ausgabe 7/2013 
Tabelle 5: Unrechtmäßig eingenommene Nettomiete im Jahr 2011 
 
Anzahl Wohnungsgröße 
Überhöhte 
Nettomiete/m? 
Überzahlung pro 
Haushalt & Monat 
Gesamte 
Überzahlung 
Unbefristet 8.413 76,7 1,39 107 10.773.361  
Befristet 6.299 60,5 2,22 134 10.141.515  
Quelle: Statistik Austria; AK-Berechnungen 
 
Für die durchschnittliche neu angemietete Wiener Altbauwohnung zahlte ein Haushalt im 
Jahr 2011 pro Monat 107 Euro zu viel an Nettomiete. Bei einem befristeten Neuvertrag 
waren es sogar 134 Euro monatlich. In Summe über alle rund 14.700 neuen 
Altbaumietverträge beträgt die Überzahlung knapp 21 Millionen Euro. Anders ausgedrückt: In 
einem einzigen Jahr zahlen jene, die eine Altbauwohnung neu anmieten knapp 21 Millionen 
Euro mehr an die EigentümerInnen, als diesen vom Gesetz her zusteht.  
 
Dazu kommt noch, dass von den insgesamt rund 27.700 neuen privaten Mietverträgen (alle 
Kategorien und Baujahre – siehe weiter oben) rund 15.000 lediglich befristet vergeben 
wurden. Das heißt der befristete Mietvertrag überwiegt mittlerweile und stellt eher die Regel 
als die Ausnahme dar. Das bedeutet für die MieterInnen mehr Unsicherheit und die 
Unmöglichkeit langfristiger Planungen, zusätzliche Kosten durch Umzüge oder 
Mieterhöhungen bei Vertragsverlängerung und generell eine viel schlechtere 
Verhandlungsposition gegenüber den VermieterInnen. Insbesondere bei den 
preisgeschützten Altbauwohnungen, wo im Jahr 2011 wie erwähnt ein unzulässiger 
Aufschlag von 53% verlangt wurde, laufen die MieterInnen Gefahr, dass ihr Vertrag einfach 
nicht verlängert wird, wenn sie ihre rechtmäßige Miete einfordern. 
 
 
Die Arbeiterkammer setzt sich ein für  
? eine umfassende Reform des Mietrechtsgesetzes, inklusive Begrenzung der Zuschläge 
auf max. 20% des Richtwertes, 
? Streichung jener Betriebskosten aus dem gesetzlichen Betriebskostenkatalog, die nicht 
von den MieterInnen verursacht werden – etwa Grundsteuer, oder Versicherungs- und 
Verwaltungskosten für die Liegenschaft, 
? Einschränkung befristeter Mietverträge auf Fälle mit triftigen Gründen – wie etwa 
künftigem Eigenbedarf, 
? Reform der Wohnbauförderung, inklusive erneuter Zweckbindung der Überweisungen 
des Bundes an die Länder, da sich ein bedarfsgerechtes Neubauangebot 
preisdämpfend auf dem privaten Wohnungsmarkt auswirkt.
        

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