Full text: Bildung und Berufschancen von Frauen in Österreich (3)

Ausbildung zumindest 1.800 Euro brutto. Anders die 
jungen Männer: Bei einem „typischen“ Lehrabschluss 
in Maschinenbau und Metallverarbeitung geht mehr als 
die Hälfte beim ersten Job mit einem Lohn von 1.800 
Euro oder mehr nach Hause.
Frauenerwerbstätigkeit steigt, allerdings  
nur im Teilzeitbereich
Mit der höheren Bildung ist auch die Erwerbsbetei-
ligung der Frauen deutlich angestiegen, während 
die der Männer fast unverändert blieb. Damit ist der 
Unterschied in der Erwerbstätigenquote von 35 Pro-
zentpunkten 1981 auf 11 Prozentpunkte 2012 deutlich 
gesunken. Heute gehen 78 % der Männer und 67 % 
der Frauen im Erwerbsalter einer Beschäftigung nach. 
Das Beschäftigungswachstum ist in den letzten drei 
Jahrzehnten durch einen kontinuierlich stark wachsen-
den Dienstleistungsbereich gekennzeichnet, während 
der Bereich der Land- und Forstwirtschaft ebenso 
wie der Produktionsbereich (Sachgüterproduktion und 
Bau) in den letzten Jahrzehnten deutlich an Bedeutung 
verloren haben. Der Dienstleistungssektor ist damit 
zum dominierenden Beschäftigungssektor geworden: 
2010 waren acht von zehn Frauen dort beschäftigt, bei 
den Männern waren es sechs von zehn.
Die steigende Zahl von erwerbstätigen Frauen ist aller-
dings nicht mit einer entsprechenden Ausweitung der 
Arbeitsstunden einhergegangen – die Zunahme weib-
licher Erwerbstätigkeit war mit einem enormen Anstieg 
der Teilzeitquote von Frauen verbunden. Während 
1981 16 % der Frauen in Teilzeit beschäftigt waren, 
sind es 2012 bereits 45 % – insgesamt bereits mehr 
als 870.000. Für Frauen mit Betreuungspflichten ist 
Teilzeit überhaupt zur häufigsten Beschäftigungsform 
geworden: Mittlerweile sind sieben von zehn Frauen 
mit Kindern unter 15 Jahren teilzeitbeschäftigt. Bei den 
Männern trifft das nur auf 9 % zu.
Qualifikation wird oft nicht entsprechend bewertet.
Einen schulischen oder beruflichen Abschluss zu 
haben, ist ein Vorteil am Arbeitsmarkt, trotzdem ist 
damit nicht zwangsläufig auch eine entsprechende 
Beschäftigung verbunden: Nur zwei Drittel der Erwerb-
spersonen sind im Jahr 2010 „bildungsadäquat“ 
beschäftigt (2,5 von etwa 4 Mio. Erwerbspersonen); ?
Bildung und Berufschancen von Frauen in Österreich 2
Quelle: MZ-AKE 2010, AK-Berechnungen
Abbildung 1:  Einsatz von Frauen und Männern entsprechend ihrer Qualifikation 2010 (in Prozent) 
Wer hat eine Job entsprechend der Ausbildung?
WUSSTEN SIE, DASS zie Erwerbsbeteiligung der  
Frauen in den letzten drei Jahrzehnten stark 
zugenommen hat, aber auch die Teilzeitquote von 
16 auf 45 % gestiegen ist?
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