Full text: Renditen betrieblicher Weiterbildung (12)

Renditen betrieblicher Weiterbildung 3
MitarbeiterInnen nicht ausreichen. Bei diesen Betrie­
ben wird eine Neuanstellung von MitarbeiterInnen der 
Weiterbildung vorhandener KollegInnen vorgezogen. 
Dies wirkt umso schwerer, als weitere 40 % angeben, 
dass ihre Belegschaft zu ausgelastet ist um an einer 
Weiterbildung teilzunehmen. 
Kollektivvertragliche Regelungen bringen mehr 
Weiterbildung und höhere betriebliche Renditen 
Betriebe die angeben, dass für sie eine kollektivver­
tragliche Regelung zur betrieblichen Weiterbildung 
gilt, haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit 
weiter zubilden. Des Weiteren sind Unternehmen, die in 
betriebliche Weiterbildung investieren, um rund 16 % 
produktiver als jene Firmen, die nicht weiterbilden. 
Der hohe Wert von 16 % ent spricht durchaus Ergeb­
nissen aus internationaler Forschung, die für andere 
europäische Länder ebenfalls vergleichsweise hohe 
Renditen betrieblicher Weiterbildung dokumentieren 
(z.B. England). Investieren Betriebe auf Grund der 
kollektivvertraglichen Bestimmungen in betriebliche 
Weiterbildung, dann liegt die Rendite sogar über 16 %, 
da häufiger Weiterbildungen für mehr MitarbeiterInnen 
stattfinden. Allerdings gaben in der letzten CVTS 
Umfrage lediglich rund 15 % aller Unternehmen an, 
dass der für sie geltende Kollektivvertrag Bestimmun­
gen zur betrieblichen Weiterbildung enthält. In keinem 
Sektor haben mehr als 50 % der Unternehmen ange­
geben, einen Kollektivvertrag mit Bestimmungen zur 
Weiterbildung zu besitzen. 
Pro investiertem Euro mindestens 4,50 € Gewinn
Wieviel Gewinn bringt die betriebliche Weiterbildung 
der MitarbeiterInnen für ein Unternehmen? Zur Beant­
wortung dieser Frage soll das Beispiel (Abbildung 2, 
Folgeseite) helfen. Wir wissen bereits: Ein Unterneh­
men, welches in die Weiterbildung seiner Arbeitneh­
merInnen investiert, hat dadurch im Schnitt eine 16 % 
höhere Bruttowertschöpfung als ein Unternehmen, 
das nicht in Weiterbildung investiert. 
Für einen durchschnittlichen Betrieb mit 50 Vollzeit­
mitarbeiterInnen, von denen 33 % an betrieblichen 
Weiterbildungen teilnehmen, müsste dieses Beispiel­
unternehmen rund 33.600 € für die Weiterbildung 
der MitarbeiterInnen bezahlen (die durchschnittlichen 
Weiterbildungskosten pro Person betragen 2.037 €). 
Im Gegenzug steigert sich die Bruttowertschöpfung 
dieses Betriebs durch die Weiterbildung der Mitar­
beiterInnen auf rund 185.000 € (Die Rendite steigt 
pro weitergebildetem Vollzeitäquivalent um 11.217 €). 
Das heißt, dass jeder Euro, der mehr in Weiterbildung 
investiert wird, einem durchschnittlichen Unternehmen 
mit 50 VollzeitmitarbeiterInnen 4,50 € mehr Gewinn 
bringt. Wird davon ausgegangen, dass das Wissen 
aus den Weiterbildungen sich positiv auf alle anderen 
KollegInnen auswirkt bzw. auch für alle anderen Mitar­
beiterInnen in dem Betrieb zur Verfügung gestellt wird, 
dann kann die Rendite des Unternehmens nochmal 
weiter ansteigen. 
WUSSTEN SIE, DASS UNTERNEHMEN, DIE IN BETRIEBLICHE 
WEITERBILDUNG INVESTIEREN, UM RUND 16 % PRODUKTI-
VER SIND ALS JENE FIRMEN, DIE NICHT WEITERBILDEN?
?
WUSSTEN SIE, DASS JEDER EURO, DER MEHR IN 
WEITERBILDUNG INVESTIERT WIRD, EINEM DURCH-
SCHNITTLICHEN UNTERNEHMEN MIT 50 VOLLZEITMIT-
ARBEITERINNEN 4,50 € MEHR GEWINN BRINGT.
        

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