Full text: Leiharbeit

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3. Die Entwicklung der Leiharbeit 
Leiharbeit ist männlich, 78% der LeiharbeiterInnen sind Männer. Und Leiharbeit ist „blue-collar-work“, 
80% der Leiharbeitskräfte sind Arbeiter (BMASK, 2013). Wie die nachstehende Tabelle zeigt, ist es  in 
den letzten 15 Jahren zu einem massiven Anstieg der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich 
gekommen. Waren im Jahr 1998 20.772 unselbständig Beschäftigte als Leiharbeiter tätig, so sind es 
mit Stichtag 31. Juli 2013
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 bereits mehr als dreimal so viele, nämlich 71.741. Sehr deutlich zeigt sich 
der Beschäftigungseinbruch in der Krise 2008/09, in der Leiharbeit um 16% zurückging. Leiharbeiter 
sind tatsächlich jene, die als erste betroffen waren, aber auch jene, die als erste wieder eingestellt 
wurden, als sich die Wirtschaftslage in den darauffolgenden Jahren besserte. In diesem Sinne erfüllen 
sie tatsächlich eine Pufferfunktion. 
 
 
Abbildung 2: Arbeitskräfteüberlassung in Österreich ab 1998 
Quelle: bmask  und Norman Wagner, AK Wien 
 
Noch nicht eindeutig erklären lässt sich der 8,5%ige Rückgang der in Beschäftigung stehenden 
Leiharbeiter zum Stichtag 31. Juli 2013. Zwar könnte man meinen, dass dies auf die geringfügige 
Erhöhung der Arbeitskosten durch die AÜG-Novelle zurückzuführen ist, andererseits ist die 
Entwicklung je nach Sparte und Fachgruppe sehr unterschiedlich. In der Fachgruppe NE-
Metallindustrie war es beispielsweise zu einer Reduktion der Zeitarbeit um 30% gekommen, im 
Unterschied dazu verzeichnete die Fahrzeugindustrie einen Zuwachs von 34%. Eine Verteuerung der 
Arbeitskosten hätte eigentlich auf alle Sparten ähnlich wirken müssen, sodass neben der AÜG-Novelle 
branchenspezifische und konjunkturelle Faktoren sowie die schwankende Auftragslage dafür 
hauptverantwortlich sein dürften. 
 
Trotz des Anstiegs machen überlassene Arbeitskräfte erst einen relativ geringen Anteil an allen 
ArbeiterInnen und Angestellten aus. Im Bundesdurchschnitt lag er bei 2,2% (3,24 Mio. zu 71.741). 
                                                     
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 Erfasst werden nur jene ArbeiterInnen und Angestellte, die am 31. Juli des Jahres eine unselbständige  
Beschäftigung bei einem Beschäftiger ausgeübt haben. Arbeitskräfte, die am Stichtag wegen Krankheit, Urlaub 
etc. einem Beschäftiger nicht überlassen wurden, werden nicht gezählt.Die tatsächliche Anzahl der 
Leiharbeitskräft in Österreich ist also höher und wird auf 90.000-100.000 geschätzt. 
20.772 
24.277 
30.120 
33.156 
31.207 
38.491 
44.125 
46.679 
59.262 
66.688 68.081 
57.230 
66.054 
74.783 
78.414 
71.741 
0
45.000
90.000
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Arbeitskräfteüberlassung in Österreich seit 1998
        

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