Full text: Vermögen in Österreich (126)

15 abzubilden. Insofern ist für die hier gewählte Fragestellung – die Kompensation von Datendefiziten am oberen Rand der Verteilung – eine gewisse Gleichwertigkeit der Verfahren gegeben, sofern ein solider Ansatzpunkt für die Pareto-Verteilung vorgeschlagen werden kann. Dieser wurde im Rahmen der vorliegenden Untersuchung nicht willkürlich gewählt, sondern mit einem gezielten Verfahren bestimmt (vgl. Clauset et al. 2009). Zum anderen lieferte die Pareto-Verteilung in verschiedenen Testläufen insgesamt stabilere und daher vertrauenswürdigere Ergebnisse. Insofern wurde nach den Prinzipien Erkenntnisgewinn (etwa gleichwertig), Komplexität (Pareto-Verteilung als simplere Annahme) und Unsicherheit (Pareto-Verteilung statistisch stabiler) die Pareto-Verteilung als formaler Ausgangspunkt gewählt. 3.2. Alternative Strategien zur Quantifizierung von Top-Vermögen Wie schon aus der oben geführten Diskussion hervorgeht, braucht es eine Strategie, um die besonders reichen Haushalte in eine adäquate Schätzung der Vermögensverteilung zu integrieren. In der Literatur wird dazu eine ganze Reihe von Wegen vorgeschlagen, die mehr oder weniger gut geeignet erscheinen, um die Informationsbasis zu erhöhen und damit die Datenlage zu verbessern. In der folgenden Analyse sollen diese auf ihre Anwendbarkeit für die Zwecke der vorliegenden Forschungsarbeit geprüft werden. 3.2.1 Reichenlisten In zahlreichen Ländern werden meist von JournalistInnen erstellte „Reichenlisten“ publiziert, welche die reichsten x Personen eines Landes namentlich anführen. Beispiele hierfür sind die Listen des Forbes-Magazins 1 , in denen die national sowie international vermögendsten Personen gelistet werden, das deutsche Manager-Magazin, welches ebenfalls seit einigen Jahren eine Reichenliste erstellt 2 und das Magazin Trend, dass solche Listen für Österreich publiziert hat. 3 Die Verwendung solcher Reichenlisten zur Verbesserung der Datenlage bzw. zur Schätzung der Verteilung von Top-Vermögen wird in zahlreichen Forschungsarbeiten angewandt (vgl. Kennickell 2000; Klass et al. 2006), obwohl die Aussagekraft dieser Listen bestenfalls beschränkt ist. Atkinson (2006) notiert dazu, dass die Erstellung einer solchen Liste durch 1 vgl.: http://www.forbes.com/billionaires/ bzw. http://www.forbes.com/forbes-400/list/ 2 vgl.: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-860164.html 3 vgl.: http://www.trendtop500.at/die-reichsten-oesterreicher/

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