Full text: Vermögen in Österreich (126)

17 Vorgehensweise mit zahlreichen Risiken verbunden, da die Erfassung in Statistiken zur Vermögensbesteuerung natürlich von der Konzeption der Steuer abhängig ist. So finden sich am Beispiel von Frankreich, wo eine durchgängige Vermögenssteuer eingehoben wird, zahlreiche Möglichkeiten zur Herabsetzung der Bemessungsgrundlage und Ausnahmeregelung in der Erfassung sowie Bewertung bestimmter Vermögensbestandteile, die eine einfache Übernahme der Vermögenssteuerdaten nicht möglich machen. Atkinson (2006) merkt darüber hinaus an, dass es auch durch die generelle Tendenz der Steuervermeidung zu beträchtlichen Verzerrungen kommen kann (vgl. Atkinson 2006: 7). Eine Berechnung der Vermögensverteilung für das oberste Segment auf Basis von Erbschafts- und Schenkungssteuern fällt für Österreich ebenfalls insofern weg, als dass solche Steuern seit 1. August 2008 nicht mehr eingehoben werden. Die Vorgehensweise bei einer solchen Berechnung geht jedoch ohnehin ebenso mit zahlreichen statistischen Unwegsamkeiten in der Bewertung der Vermögen einher. Vor allem für Österreich wäre nach dem alten Modell der Erbschafts- und Schenkungssteuer von einer massiven Unterschätzung der wahren Vermögenssituation auszugehen, da den Daten der Ansatz der Einheitsbewertung zugrunde gelegt wäre, welche oftmals den wahren Wert der Grundstücke nicht mehr wiedergeben. Abschließend lässt sich festhalten, dass alle drei oben vorgestellten Methoden zur Schätzung der Vermögensverteilung unter den besonders reichen Haushalten mit methodischen und praktischen Unsicherheiten behaftet sind, welche die Genauigkeit der Schätzung vermindern. Darüber hinaus zeigt sich vor allem für den österreichischen Fall, dass die Datenlage als unzureichend zu bewerten ist, um die oben vorgestellten Verfahren einzusetzen. Die Details zur von uns angewandten Methode der Parameterschätzung der Pareto-Verteilung werden in den folgenden Abschnitten genauer dargestellt. Der dazugehörige Rechengang kann zusätzlich mit dem in Anhang II befindlichen Mathematica-Code repliziert werden. Die sich daraus ergebenden Änderungen werden in Kapitel 3.4 und Anhang III (Perzentilliste auf Basis der modifizierten Daten) dargestellt. 3.3. Schätzverfahren und Datenbearbeitung Die Schritte der nachfolgenden Datenkorrektur lassen sich nun folgendermaßen zusammenfassen: Zuerst wird mithilfe des Cramer-von-Mises Tests ein geeigneter Ansatzpunkt für die Pareto-Verteilung bestimmt. Die Daten oberhalb dieses Ansatzpunktes bilden dann die Datenbasis für die Schätzung der Pareto-Verteilung. Schließlich werden alle Haushalte mit einem Vermögen > 4 Millionen (also der zu korrigierende Teil) aus dem

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