Volltext: Vermögen in Österreich (126)

32 5. Resümee In der vorliegenden Arbeit wurde versucht, die fehlende Erfassung besonders reicher Haushalte im HFCS und die sich dadurch ergebende Verzerrung zu korrigieren. Von den angedachten Verfahren (Pareto-, Dagum und Singh-Madalla-Verteilung sowie Zuhilfenahme der Trend-Liste der reichsten ÖsterreicherInnen) stellte sich die Schätzung des obersten Bereichs der Vermögensverteilung mittels einer Pareto-Verteilung als die einfachste und zugleich stabilste Variante heraus. Für die Schätzung der Pareto-Verteilung wurde dabei etwas mehr als das obere Fünftel der HFCS-Daten herangezogen. Der genaue Ansatzpunkt der Verteilung wurde dabei mit Hilfe eines geeigneten statistischen Tests (Cramer-von-Mises) bestimmt. Anschließend wird der vorhandene HFCS-Datensatz durch Zufallsziehungen aus dieser Verteilung ergänzt, um das oberste Vermögenssegment (Nettovermögen > 4 Millionen Euro) besser abbilden zu können. Zugleich werden alle im HFCS vorhandenen Haushalte mit einem Vermögen über 4 Millionen entfernt. Es zeigt sich, dass eine solche Korrektur erhebliche Auswirkungen auf die Ergebnisse hat. So steigt dadurch das geschätzte Gesamtvermögen von etwa 1000 Mrd. EUR auf 1249 Mrd. EUR, wovon der Großteil des Zugewinns auf das oberste Perzentil entfällt (das Vermögen dieses Perzentils steigt um 98,6%). Daraus ergibt sich unter anderem, dass die reichsten 10% der ÖsterreicherInnen nicht 61% (HFCS) sondern 69% des Gesamtvermögens besitzen. Ebenso ergibt sich eine höhere Schätzung für das erwartete Steueraufkommen aus einer etwaigen Vermögensbesteuerung. Die sich hieraus ergebenden Änderungen sind für progressiv gestaltete Modelle relativ gewichtiger als für solche mit linearem Steuertarif.

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