Full text: Abbruch und Schulversagen im österreichischen Bildungssystem

18 — Steiner / Abbruch & Schulversagen  — I H S 
 
zogene Risikofaktoren
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 in das Modell zu integrieren sowie den Anteil der Lehre in der Se-
kundarstufe II und die Beschäftigungschancen der Geringqualifizierten
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 als eher beschäfti-
gungsbezogene Variablen aufzunehmen. Dabei handelt es sich um Systemmerkmale, die 
der Theorie zufolge den vorzeitigen Bildungsabbruch beeinflussen (Kritikos/Ching 2005, 
Wössmann/Schütz 2006). Darüber hinaus sind im Bereich der sozialen Faktoren noch das 
Merkmal „Vater oder Mutter sind Alleinerzieher“ sowie eine Annäherung an die Armut bzw. 
den Reichtum (operationalisiert über die Wohnfläche pro Person) in das Modell eingeflos-
sen.  
Die in Tabelle 7 dargestellten Analyseergebnisse zu diesem logistischen Regressionsmodell 
zeigen in den meisten Fällen die erwarteten in manchen aber auch überraschende, in ande-
ren schließlich neue Ergebnisse.  
Wie auf Basis der vorangegangenen Analysen erwartet werden konnte, sind MigrantInnen 
erster und zweiter Generation mit einem deutlich höheren ESL-Risiko konfrontiert. Das Risi-
ko beträgt demnach bei MigrantInnen erster Generation aus Drittstaaten 315%
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 aus EU15-
Staaten 277%. MigrantInnen zweiter Generation aus Drittstaaten sehen sich immer noch 
einem 194%igen Risiko, aus EU15-Staaten einem 119%igen Risiko ausgesetzt.  
Auch die Ergebnisse der Regressionsanalyse zum Arbeitsmarktstatus und zum Bildungsni-
veau der Eltern zeigen jene Ungleichheiten auf, wie sie bereits beim einfachen Vergleich der 
Anteilswerte zutage getreten sind. Demnach haben Jugendliche, deren Eltern Nichterwerbs-
personen sind, ein 170%iges Risiko des vorzeitigen Bildungsabbruchs und Kinder arbeitslo-
ser Eltern ein 194%iges Risiko in Relation zu den Kindern mit beschäftigten Eltern. Jugendli-
che aus Elternhäusern mit mittlerem Bildungsabschluss stehen einem 214%igen Risiko und 
Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern einem 519%igen ESL-Risiko gegenüber.  
                                                                                                                                                      
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 Der Anteil von SchülerInnen in Sonderschulen beträgt im Durchschnitt der letzten drei 
Schuljahre 0,38% in der Steiermark und 1,94% in Vorarlberg, womit die Extrempunkte des 
Kontinuums aller Bundesländer benannt sind. Dieser Anteil schwankt in Abhängigkeit vom 
Ausmaß der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und dem Anteil der Integration 
dieser in „reguläre“ Schulformen und ist somit ein Indikator für Selektivität.  
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 An dieser Stelle ist es angebracht, den „logischen“ Zusammenhang zwischen diesen Se-
lektionsvariablen und dem vorzeitigen Bildungsabbruch zu thematisieren. Man könnte dem 
Modell gegenüber kritisch einwerfen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Verfehlen des 
Pflichtschulabschlusses, dem Sonderschulbesuch und den Verlustraten in der Sekundarstu-
fe II mit dem vorzeitigen Bildungsabbruch  „logisch“ ist, weil diese Variablen z.B. das Fehlen 
von Bildungsabschlüssen beinhalten. Dieser Logik-Argumentation ist jedoch entgegenzuhal-
ten, dass beispielsweise ein Verfehlen des Pflichtschulabschlusses den vorzeitigen Bil-
dungsabbruch nicht zwingend zur Folge hat, denn es wäre immer noch möglich einen Ab-
schluss im Rahmen des dualen Systems zu erlangen. Auch ein Abbruch auf der Sekundar-
stufe II kann in den Wechsel einer Ausbildung münden und nicht zwangläufig in den Abbruch 
der Laufbahn. Insofern ist es durchaus sinnvoll und zielführend der Frage nachzugehen, ob 
Selektion „nur“ kanalisiert oder doch zum Abbruch führt.   
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 Relative Beschäftigungschance Geringqualifizierter in Relation zu Höherqualifizierten in der 
Altersgruppe der 20-39-Jährigen und im Durchschnitt der drei Mikrozensen von 2010-2012 
differenziert nach Bundesländern.  
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 Ein Exp(B)-Wert von 3,152 entspricht einem erhöhten Risiko von 315,2%.
        

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