Full text: Abbruch und Schulversagen im österreichischen Bildungssystem

I H S — Abbruch & Schulversagen / Steiner — 43 
4. Einfluss des Kindergartenbesuchs 
Die Fragestellung der in diesem Kapitel nachgegangen werden soll, ist, ob und inwieweit 
sich der Kindergartenbesuch auf die Bildungsergebnisse auswirkt. Eine Möglichkeit um die-
se Fragestellung zu operationalisieren, bietet sich auf Basis der PISA-Erhebungen. Während 
in der regulären Schul- bzw. Bildungsstatistik (Statistik Austria 2013) diese Fragestellung 
ausgeklammert bleibt, wird bei den Kompetenzerhebungen unter den 15-Jährigen im Rah-
men von PISA das Faktum des Kindergartenbesuchs erhoben, wodurch es möglich wird, 
den Einfluss davon auf die im Lesen, in Mathematik sowie den Naturwissenschaften erwor-
benen Kompetenzen zu untersuchen. Dies erfolgt auf Basis der Daten von PISA 2009 
(OECD 2010). 
4.1 Soziodemographische Unterschiede beim Kindergartenbesuch 
Bevor der Einfluss des Kindergartenbesuchs statistisch abgetestet wird, soll zunächst die 
deskriptive Frage beantwortet werden, welche Betreuungsquoten in Summe erreicht werden 
und ob sich der Kindergartenbesuch in Abhängigkeit von soziodemographischen Merkmalen 
unterscheidet. Dabei wird nochmals unterschieden zwischen dem Faktum des Kindergarten-
besuchs an sich, sowie einer Dauer des Kindergartenbesuchs von über einem Jahr.  
Tabelle 29: Soziale Unterschiede beim Kindergartenbesuch 
 
KIGA-Besuch 
KIGA-Besuch 
> 1 Jahr 
männlich 97,8% 83,1% 
weiblich 97,6% 87,2% 
Soz.-ök.-Status unter Median 96,9% 80,5% 
Soz.-ök.-Status über Median 98,5% 89,7% 
mit Migrations-Hintergrund 93,9% 80,0% 
ohne Migrations-Hintergrund 98,4% 86,2% 
Elternbildung: niedrig 92,6% 77,2% 
Elternbildung: hoch 98,0% 86,8% 
mit Laufbahnverlust 93,7% 78,5% 
ohne Laufbahnverlust 98,2% 85,9% 
gesamt 97,7% 85,2% 
Quelle: OECD-PISA 
In Tabelle 29 zeigt sich mit 97,7% zunächst einmal ein sehr hoher Anteil von Kindern, die 
den Kindergarten überhaupt besucht haben. Der Anteil derer, auf die das länger als ein Jahr 
zutrifft, ist mit 85,2% zwar immer noch hoch, aber auch schon deutlich darunter angesiedelt. 
Darüber hinaus zeigen sich diesbezüglich interessante soziale Unterschiede. Während sich 
beim Kindergartenbesuch unabhängig von der Dauer keine nennenswerten Differenzen zwi-
schen den Geschlechtern ausmachen lassen, liegen Mädchen hinsichtlich einer Betreuung
        

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