Full text: Perspektiven für sozialen Fortschritt (16)

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sich, wenn ein positiver finanzieller Return on Investment erzielt wird. Im Vergleich zwischen 
mehreren Alternativen wird jene mit dem größten finanziellen Rückfluss gewählt. Das bereit-
gestellte finanzielle Kapital wird vermehrt. Die Kosten des Untätigseins wären in diesem Fall 
der entgangene finanzielle Ertrag oder der entgangene Gewinn.
Diese Investitionsentscheidungen haben allerdings auf betriebswirtschaftlicher Ebene Konse-
quenzen für Kundinnen und Kunden, MitarbeiterInnen und weitere Stakeholder von Unterneh-
men und Organisationen bis hin zur Bevölkerung oder einer Gesellschaft an sich. Arbeitsplät-
ze werden geschaffen oder gehen verloren, Produkte und Leistungen werden geschaffen oder 
aufgelassen, Steuern und Abgaben werden gezahlt oder fallen aus, Kontakte werden geknüpft 
oder nicht, die Umwelt wird verschmutzt oder bleibt intakt und vieles mehr. Auf einer aggre-
gierten Ebene entstehen dann makroökonomische Effekte, die allenfalls auch ökonomische 
Kosten des Untätigseins darstellen können. Es ist ein breiteres Wirkungskettendenken vor-
herrschend, das an das Logische Modell, also eine logische Verknüpfung zwischen Input, er-
brachten Aktivitäten/Leistungen, Output und Wirkungen, anknüpft (vgl. Schober/Rauscher/
Millner 2013).
Ungleich interessanter, aber auch komplexer wird es allerdings, wenn es um Investitionen in 
Bereiche geht, die nicht primär oder vielleicht gar keine finanziellen Rückflüsse oder direkten 
ökonomischen Wirkungen zur Folge haben. Es werden gesellschaftlich mehr oder weniger 
bedeutsame Wirkungen entfaltet, die aber empirisch schwieriger zu fassen sind. Es handelt 
sich um soziale, kulturelle, politische, indirekt ökonomische und ökologische Wirkungen, die 
im Mittelpunkt stehen. Aber kann man in diesem Zusammenhang überhaupt von Investitionen 
sprechen oder sind es nicht vielmehr Kosten, die hier verursacht werden? Betriebswirtschaft-
lich gesehen handelt es sich bei Investitionen um die „langfristige Bindung finanzieller Mittel in 
materiellen oder in immateriellen Vermögensgegenständen“ (Springer Gabler Verlag 2013). 
Kosten sind im Gegensatz dazu „bewerteter Verzehr von wirtschaftlichen Gütern materieller 
und immaterieller Art zur Erstellung und zum Absatz von Sach- und/oder Dienstleistungen 
sowie zur Schaffung und Aufrechterhaltung der dafür notwendigen Teilkapazitäten“ (Springer 
Gabler Verlag 2013a). Breiter als rein finanziell gesehen, können Kosten aber durchaus als 
Investitionen bezeichnet werden. Dies ist der Fall, wenn es sich um soziale Investitionen 
 handelt, die einen anderen Rückfluss als herkömmliche finanzielle Renditen erzielen sollen 
(vgl. Then/Kehl 2012, 42f; Schober/Rauscher/Millner 2013, 464). Es wird in das immaterielle 
Vermögen einer Gesellschaft investiert und somit eine gesellschaftliche Rendite erzielt. Das 
Beschriebene gilt, wenn die finanzielle Investition Wirkungen hervorbringt, die andere Kapital-
formen aufbauen. Das finanzielle Kapital wird beispielsweise in soziales Kapital, politisches 
Kapital oder kulturelles Kapital übergeführt und ist dann dort gebunden. Es kann nicht so 
leicht wieder in finanzielles Kapital rückgeführt werden, ist aber gegebenenfalls für die länger-
fristige Aufrechterhaltung von Leistungsfähigkeit und Wohlstand in der Gesellschaft bedeu-
tender. Kosten des Untätigseins können entsprechend auch aufgrund mangelnder Inves-
titionen in gesellschaftlich bedeutende Bereiche entstehen, deren Existenz primär auf Kapital-
formen jenseits des Finanzkapitals aufbaut. Allenfalls werden hier langfristige Defizite in einer 
Gesellschaft aufgebaut. Als Beispiel sei mangelndes (finanzielles) Investment in unterschied-
liche Formen des freiwilligen Engagements genannt, was mittel- bis langfristig zu einem 
 Verlust an Gemeinschaftsbildung und Sozialkapital führen kann.
Nachfolgende Abbildung 3 zeigt eine breitere Logik des Wirkungsdenkens. Wirkungen können 
inhaltlich gesehen in unterschiedlichen Dimensionen auftreten, zeitlich unterschiedliche Hori-
        

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