Full text: Wien wächst (12)

WIEN WÄCHST 
74 ARBEITERKAMMER WIEN 
UNTERSCHIEDE ZWISCHEN SCHULSTANDORTEN 
Um die soziale Zusammensetzung der SchülerInnen an einem Schulstandort zu verstehen, ist es 
aufschlussreich, die Wohnraumsegregation näher zu betrachten, denn die soziale Zusammenset-
zung der SchülerInnen spiegelt zu einem wesentlichen Teil die soziale Zusammensetzung der 
Nachbarschaft der Schulen wieder. Die soziale Struktur entlang des Merkmals „Bildungsabschluss 
der erwachsenen Bevölkerung“ zeigt sich in Wien auf Ebene der 23 Bezirke. Zwar ist die Entmi-
schung nicht so deutlich wie in anderen Großstädten (Musterd 2005, 335), aber eine Tendenz zur 
sozialen Segregation ist auch hier festzustellen. Während es neun Bezirke gibt, in denen der Anteil 
der erwachsenen Bevölkerung, die höchstens eine Pflichtschule abgeschlossen hat, zwischen ei-
nem Vierteil und einem Drittel liegt, gibt es fünf, in denen er unter 15% beträgt. Umgekehrt weisen 
diese fünf und weitere 10 Bezirke zwischen 19 und 46% an Erwachsenen auf, die einen tertiären 
Abschluss haben. 
Soziale Segregation zwischen Bezirken 
 
Wie ist nun die Aussage zu verstehen, dass die Leistungsstreuung zwischen den Schulstandorten 
sowohl abhängig von sozialer Zusammensetzung als auch unabhängig davon sehr unterschiedlich 
ist.  
An Schulen in sozioökonomisch benachteiligter Lage sind wegen der Zusammensetzung der Schü-
lerschaft schwierigere Rahmenbedingungen vorzufinden als an anderen Schulen. Dort ist es erheb-
lich schwieriger, trotz guten Unterrichts und engagierter Lehrkräfte die gleichen Leistungen zu erzie-
len wie in Schulen deren SchülerInnen in Familien mit hohem Sozialstatus und hohem Bildungsni-
veau der Eltern leben, und die eine niedrigere Zahl von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher 
Erstsprache aufweisen. Der „faire Vergleich“ von Schulstandorten durch das BIFIE hilft dies zu ver-
        

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