Full text: Wien wächst (12)

WIEN WÄCHST 
ARBEITERKAMMER WIEN 3 
HERAUSFORDERUNGEN 
Aus dem umfangreichen Bündel von Herausforderungen sollen nachfolgend fünf vertiefter betrachtet 
werden: 
1. Klimawandel und Klimaanpassung 
2. Ökonomischer Strukturwandel 
3. Demographischer Wandel 
4. Gefahr der sozialen Segregation 
5. Neue Anforderungen an „urban governance“ 
KLIMAWANDEL/KLIMAANPASSUNG 
Inzwischen sind die Folgen des Klimawandels auch in den Städten zu spüren. Beispielhaft genannt 
seien die Zunahme von Temperaturextreme, Probleme bei der Speicherung und Abführung von 
Starkregenereignissen und die potenzierte Folge von Stürmen.  
Zurzeit sind die Städte global betrachtet ein wesentlicher Faktor bei den Ursachen der zu beobach-
tenden Klimaveränderungen. So finden ca. 75 % des globalen CO?-Ausstoßes und ca. 75 % des 
globalen Energieverbrauchs in Städten statt.  
Die Städte haben aber auch das Potenzial, einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Probleme zu 
leisten. Vergleichsweise kompakte Strukturen und die Bevölkerungsdichte bieten günstige Voraus-
setzungen. Genannt seien als optionale Handlungsfelder die Baustrukturen, die Freiraumstrukturen, 
der Verkehr, Energieproduktion und -verbrauch, die Abfallbehandlung, die Wasserver-und entsor-
gung und das breite, allerdings auch bisher nur unscharf definierte, Feld der „Smart-City“. 
Potenziale sind z.B. die größere Energieeffizienz im Verkehrsbereich durch vergleichsweise kürzere 
Distanzen bei hoher Nutzerdichte, und größere Anteile des „Umweltverbundes“ am Modal-Split, eine 
größere Energieeffizienz bei Heizungs-und Kühlsystemen durch kompakte Gebäudestrukturen so-
wie netzbasierte Energiesysteme wie zum Beispiel die Kraft-Wärme-Kopplung, der geringere spezi-
fische Energieverbrauch bei städtischer Infrastruktur infolge größerer Nutzerdichte. 
Allerdings gibt es sowohl zwischen den einzelnen Handlungsfeldern als auch innerhalb der Felder 
Zielkonflikte. Sollen also die Potenziale ihre Wirkung so optimal wie möglich entfalten, bedarf es 
einer sorgfältigen Abwägung.  
Am Beispiel des Aspekts „Dichte“ soll das in Kürze verdeutlicht werden. Sie ist, wie bereits oben 
skizziert, eine wichtige Eigenschaft von Städten in mehrfacher Hinsicht. Einwohner-/Nutzerdichte 
wie auch bauliche Dichte sind wichtige Voraussetzung für „Urbanität“ in ihren unterschiedlichen Fa-
cetten einerseits und andererseits für die effiziente Nutzung von Strukturen. 
Die von Bevölkerungswachstum geprägten Städte stehen zurzeit vor der Herausforderung, bebau-
bare Flächen, insbesondere zur Schaffung von Wohnraum, zu mobilisieren. Die Möglichkeiten zur 
neuen Nutzung von brach gefallenen Industrie-/Gewerbeflächen, Bahnarealen und Militärliegen-
schaften sind oft ausgeschöpft oder stehen nicht (mehr) zur Verfügung.Vielerorts wird nun versucht, 
Freiräume in Bestandsquartieren für eine zusätzliche Bebauung zu nutzen. Dies ist zwar ein im Ein-
zelfall denkbarer Baustein zur Mobilisierung von Bauland, er bedarf aber einer sorgfältigen Prüfung, 
um nicht Gefahr zu laufen, Qualitäten der Stadtentwicklung im Hinblick auf im Laufe der letzten 
Jahrzehnte geschaffene Freiraumstrukturen wieder aufzugeben.
        

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