Full text: Motivation von Jugendlichen in der betrieblichen Lehrausbildung

Motivation von Lehrlingen 
öibf 10 
 Intrinsische und extrinsische Motivation IV. 2
Je nachdem, ob die angenommenen Ursachen für ein Verhalten stärker in der 
Umwelt der Person oder im Inneren des Menschen selbst begründet sind, unter-
scheidet man zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation (vgl. Mayrhofer 
1996, S. 227). 
Im Kontext der Arbeit wird unter intrinsischer Motivation gemeinhin verstanden, 
dass aus der Tätigkeit selbst eine unmittelbare Befriedigung gezogen wird, die 
motivierend wirkt. Unter extrinsischer Motivation subsumiert man dann im Ge-
gensatz dazu all jene Faktoren, die nicht unmittelbar mit der ausgeführten Tätig-
keit zusammenhängen. Beispiele hierfür wären monetäre Anreize oder die Gestal-
tung des Arbeitsumfelds. 
Für den Kontext des Lernens gibt Edelmann (2000) unter spezieller Berücksichti-
gung der Lernpsychologie einen Überblick über Komponenten intrinsischer und 
extrinsischer Motivation: 
Abb. 2: Komponenten intrinsischer und extrinsischer Motivation 
 
 
Quelle: Edelmann 2000, S.258 
Die extrinsische Motivation setzt sich nach Edelmann im Lernkontext aus den 
zwei Formen des instrumentellen Lernens zusammen – der positiven Verstärkung 
durch Belohnung und der negativen Verstärkung durch Zwang. Unter intrinsischer 
Motivation versteht er mit Heckhausen (1989) Verhalten, das „um seiner selbst 
oder eng damit zusammenhängender Zielzustände willen erfolgt, [und das] nicht 
bloßes Mittel zu einem andersartigen Zweck ist“ (Edelmann 2000, S. 247). 
Als Musterfall dafür nennt er die Neugiermotivation. Hierbei kommt es zu einer 
„dosierten Diskrepanz“ zwischen dem bestehenden Wissen und neuen Informatio-
nen. Diese Diskrepanz versuchen die Lernenden zu überwinden. Sie wird so zur 
Triebfeder kognitiven Lernens. Entscheidend für die stimulierende Wirkung ist die 
„Dosiertheit“ der Diskrepanz. Um Neugiermotivation auszulösen, müssen Aufga-
ben ein mittleres Maß an Neuheit, Komplexität und Ungewissheit aufweisen. Rei-
ze, die zu weit vom aktuellen Stand der Lernenden entfernt sind, vermögen die 
Neugier ebenso wenig anzuregen, wie solche, die eine zu geringe Diskrepanz ver-
ursachen. Auch zunächst neuartige Objekte verlieren mit der Zeit ihren Anreiz-
wert, wenn sie keine neuen Informationen mehr vermitteln. 
Die Anreiztheorie liefert eine ergänzende Erklärung für intrinsische Motivation. 
Ihr zufolge entsteht diese v.a. dann, wenn Situationsfaktoren die in einer Person 
latent vorhandenen Motive (Bedürfnisse, Strebungen, usw.) anregen, welche 
dadurch in Motivation übergehen (vgl. ebd. S. 248f). Motivierend wirkt also be-
sonders das, was die Lernenden emotional anspricht.  
Schließlich wirkt im Rahmen der Theorie der Leistungsmotivation auch die Er-
folgserwartung intrinsisch motivierend. Wer keinen Erfolg erwarten darf, kann
        

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