Full text: Motivation von Jugendlichen in der betrieblichen Lehrausbildung

Motivation von Lehrlingen 
öibf 26 
so, dass sie, meinem Empfinden nach, danach mit noch mehr Enthusiasmus wieder dabei 
waren. Und schon wieder auf die nächste Schulung gefiebert haben.“ (FB5/Ausbildner/S.6f) 
„Die Kurse werden von der Firma organisiert, normale Abendkurse halt. Auch für die Lehrlin-
ge. Das ist für mich eine Weiterbildung gewesen, weil ich auch für Skandinavien einspringen 
können muss, falls der Kollege auf Urlaub ist. Damit ich halt Bescheid weiß, wie was ab-
läuft.“ (FB7/Lehrlinge/S.2 – über einen vom Unternehmen organisierten Englischkurs) 
„Dass man immer gerne herkommt, wegen der Chefin auch. Weil wir uns einfach gut verste-
hen eigentlich alle. (…) Auch weil wir alle miteinander reden können. Da schließen wir auch 
keinen aus bei irgendwas.“ (FB3/Lehrlinge/S.2) 
„Prinzipiell versuche ich die Lehrlinge einzubinden in jedes Gespräch, in dem etwas technisch 
dem Monteur erklärt wird.“ (FB9/Geschäftsführer/S.6) 
 
 Teamintegration V. 6
Wie weiter oben bereits angeführt, spielt in Bezug auf die Motivation der Lehrlin-
ge deren Teamintegration eine wichtige Rolle. Besonders groß ist die Bedeutung 
der Teamintegration naturgemäß dort, wo die Lehrlinge über die gesamte Dauer 
ihrer Ausbildung mit denselben KollegInnen zusammenarbeiten, wie dies in der 
Regel in kleineren Betrieben der Fall ist. Dieselbe Situation zeigt sich aber auch 
in größeren Unternehmen, wenn die Lehrlinge konstant einer betrieblichen Abtei-
lung zugeordnet sind, in der eine relativ kleine MitarbeiterInnenzahl tätig ist, wie 
etwa Fallbeispiele 5 und 6 belegen:8 
Die Rolle der fachlichen Integration ins Team wurde bereits weiter oben im Zu-
sammenhang mit der Bedeutung der Aufgabe angesprochen. Dazu gehört etwa, 
dass die Lehrlinge sehen können, welchen Beitrag sie zum Gesamtprodukt leisten, 
oder auch dass die Teammitglieder einander nach Möglichkeit unterstützen. 
„Die Lehrlinge müssen bei uns in der Früh mithelfen bei den Vorbereitungsarbeiten, dürfen 
dann bei der Essensausgabe ihr Produkt anpreisen, ankündigen und ausgeben, und müssen 
dann aber genauso wieder mithelfen, wenn es ums Wegräumen geht und ums Saubermachen. 
Kriegen aber auch direkt das Feedback, also sie wissen auch, wie viele Gäste da waren und 
kriegen das auch mit, welches Gericht gut angekommen ist, was man vielleicht hätte anders 
machen können. Das wird dann wieder besprochen, sie sind halt wirklich im Team mit einge-
bunden.“ (FB6/Leiterin der Personalabteilung/S.5) 
„Sie sehen, wenn du Hilfe brauchst, dann kommen sie schon zu dir, und du musst sie nicht 
extra dafür ansprechen. Da kommen sie schon auf dich zu und fragen, ob sie was helfen 
können oder so. Ich weiß nicht, ob das jetzt ein Beispiel ist. Aber das hat man eben kaum in 
einer Werkstatt.“ (FB10/Lehrling/S.1) 
Eine stark motivierende Wirkung geht aber auch von der persönlichen Teamin-
tegration aus, die eng mit dem Verhältnis zu KollegInnen und Vorgesetzten ver-
bunden ist und einen wesentlichen Beitrag zu einer positiven Arbeitsatmosphäre 
und einem angstfreien Lernumfeld leistet.  
„Um das vermitteln zu können, muss man dem jungen Menschen Respekt entgegen bringen, 
ihn als Persönlichkeit wahrnehmen und akzeptieren, und nicht nur als billige Arbeitskraft 
sehen. Bewerkstelligen kann man das, indem man den jungen Menschen ins Team einbezieht 
und ihm damit das Gefühl gibt, Teil eines Ganzen zu sein und nicht außerhalb zu stehen, 
was sich wiederum auf sein Selbstwertgefühl auswirkt.“ (FB1/Geschäftsführer/S.2) 
In jenen Betrieben der Auswahl, die gezielt Teambuilding-Aktivitäten setzen, sind 
die Lehrlinge in diese integriert. In einem Unternehmen (FB7) bspw. nimmt ein 
weiblicher Lehrling mit KollegInnen im Rahmen einer Firmenstaffel am Wiener 
                                              
8 Im Rahmen der mehrere Hundert MitarbeiterInnen umfassenden österreichischen Niederlassung 
von Otto Bock (sh. Fallbeispiel 5) erfolgt die betrachtete Lehrausbildung in einer weniger als zehn 
Beschäftigte umfassenden Abteilung („Kompetenzzentrum“). Auch beim Betriebsgastronomie anbie-
tenden Unternehmen Eurest (Fallbeispiel 6), das ebenfalls mehrere Hundert Beschäftigte aufweist, 
wird ein Teil der Lehrlinge in relativ kleinen Betriebsküchen ausgebildet.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.