Full text: Motivation von Jugendlichen in der betrieblichen Lehrausbildung

Motivation von Lehrlingen 
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„Und wenn da was daneben geht, ist das auch kein großes Drama, dann baut man das halt 
ein zweites Mal. Muss auch einmal was schief gehen können. Bei Montagen ist es halt 
schwieriger, da sind Fehler folgenschwerer.“ (FB10/Geschäftsführer/S.5) 
„Motivierend ist auch, dass, wenn zum Beispiel ein Fehler passiert, dass wir nicht niederge-
schrien werden. Das gibt es bei uns nicht. Dann wird gesagt, ja, es ist passiert, aber das 
kann jedem mal passieren und es wird g’schaut, warum und dann wie man es richtig macht. 
Das ist aber sonst schon oft anders. Also ein Freundin aus der Berufsschule zum Beispiel, die 
wird immer niedergebrüllt von ihrer Chefin.“ (FB3/Lehrlinge/S.1) 
V.7.4 Raum für Fragen 
Im Sinne der Vermeidung von Fehlern betonen die befragten Ausbildungsverant-
wortlichen einhellig, dass den Lehrlingen jederzeit die Möglichkeit offensteht, bei 
Unklarheiten – auch mehrmals – nachzufragen.  
„Die Lehrlinge und auch die Praktikanten können jederzeit zu mir kommen und Fragen stel-
len. Ich bin sogar froh, wenn ich welche hab, die Fragen stellen. Ich hab einen Lehrbuam 
ghabt, der hat mir Löcher in den Bauch gefragt, der wollte wirklich alles wissen. Und da 
macht dir das Ausbilden dann ja noch einmal so viel Spaß.“ (FB2/Geschäftsführer/S.9) 
Die Aussagen der befragten Lehrlinge unterstreichen, wie wichtig diese Möglich-
keit für die Jugendlichen bzw. für die Fehlervermeidung ist. Der ausreichend groß 
bemessene Raum für Fragen wird von den Lehrlingen genützt und führt dazu, dass 
diese ihre Aufgaben besser erfüllen können. Die Offenheit für Fragen trägt somit 
nicht nur zu einem angstfreien, sondern auch zu einem produktiveren Lernklima 
bei. 
„Natürlich sage ich ihnen, sie sollen mich lieber zehnmal das Gleiche fragen, als es geht 
einmal was schief. Das Mädchen wird nie von mir hören, das hab ich dir eh schon erklärt. Ich 
versuche, dass sie angstfrei lernen und arbeiten können. Wenn etwas schief geht, dann ver-
suche ich es mit ihnen zu besprechen. Ich sage ihnen auch, mein Gott, es passiert, beim 
nächsten Mal wird es anders sein. Und ich glaub schon, dass das ein bisschen Angst nimmt.“ 
(FB3/Lehrlinge/S.4) 
„Ich kann mich nicht erinnern, dass er mich jemals zurückgewiesen hätte, wenn ich eine 
Frage hatte. Ganz im Gegenteil, er hat immer eine Antwort gegeben, wenn ich was gefragt 
hab.“ (FB2/Lehrling/S.3) 
„Bei meinem Ausbildner, bei dem ich gerade bin, der erklärt es mir auch zwei- oder dreimal. 
Beim vierten oder fünften Mal fragt er schon, warum es noch nicht geht. Aber das ist bei mir 
bisher noch nie vorgekommen. Es hat mir ein-, zweimal, maximal dreimal erklärt werden 
müssen und ich hab mir das schon auch gemerkt. Ich krieg oft Aufträge, wo ich nachfrage. 
Und der kommt immer und erklärt mir alles. Manchmal macht er mir sogar einen Teil, zeigt 
mir wie, und den nächsten Teil mach ich dann unter seiner Aufsicht.“ (FB4/Lehrlinge/S.3) 
„Ich darf jeden fragen. Aber meistens frage ich die gleichen drei Mitarbeiter, weil ich gerade 
einen bestimmten Bereich mache. Es wurde mir auch schon von Anfang an gesagt, dass ich 
jeden Mitarbeiter fragen darf, falls ich eine Frage habe.“ (FB7/Lehrlinge/S.3) 
„Auch haben alle viel Geduld. Und es wird langsam erklärt, nicht so ganz schnell, dass man 
kaum was mitbekommt. Man kann auch öfters fragen. Ich frage momentan öfters die Buch-
halterin. Sie erklärt mir alles öfters und sie sagt mir auch, dass ich lieber fragen soll, falls 
ich was mache, damit ich keine Fehler mache.“ (FB7/Lehrlinge/S.6) 
 
 Anreize V. 8
V.8.1 Finanzielle Anreize 
In vier der zehn betrachteten Unternehmen (FB4, FB5, FB6, FB7) werden regel-
mäßig und systematisch finanzielle Anreize gesetzt: Besonders gute Leistungen in 
Betrieb und Berufsschule werden mit Prämien oder Gutscheinen belohnt. In einem 
dieser Fälle sind die Lehrlinge an einem Teambonus beteiligt. Ansonsten erfolgt 
die Belohnung individuell. Weitere Unternehmen greifen gelegentlich auf Beloh-
        

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