Full text: Motivation von Jugendlichen in der betrieblichen Lehrausbildung

Motivation von Lehrlingen 
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I. Zusammenfassung 
Die vorliegende Untersuchung beleuchtet sowohl theoretische Überlegungen als 
auch Ausbildungspraxis in Hinblick auf die Motivation und Ausbildungszufrieden-
heit von Lehrlingen. Anhand von zehn Fallbeispielen, die die Lehrlingsausbildung 
in kleinen, mittleren und großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen unter 
diesem Blickwinkel näher untersuchten, konnten die nachfolgenden Bereiche bzw. 
Aspekte als motivationsfördernd identifiziert werden – allerdings zumeist nicht 
klar voneinander abgrenzbar, sondern vielmehr als ineinandergreifendes System 
verschiedener, tw. aufeinander aufbauender bzw. ergänzender Elemente: 
• geringe Diskrepanz zwischen Erwartungen der Jugendlichen und vorgefunde-
ner Ausbildungsrealität 
- entsprechende Gestaltung der Instrumente der Lehrlingssuche und -
auswahl (z.B. Dokumentation über Feedbackbögen; Einbeziehung aller 
künftig maßgeblich in die Ausbildung involvierten Personen) 
- Transparenz der Ausbildungsabläufe (z.B. über Ausbildungsplan) und Do-
kumentation der durchgeführten Ausbildungsschritte unter Einbeziehung 
des Lehrlings 
- Zielvereinbarungen (z.B. jährlich stattfindende Zielvereinbarungsgesprä-
che) auf Basis gemeinsamer und klarer Zielformulierung 
• Ausgestaltung der übertragenen Aufgaben und Tätigkeiten 
- Abwechslung über vielfältige Aufgaben und Tätigkeiten (z.B. Ausbildung 
im Rotationssystem) 
- Aufzeigen von Nutzen und Sinn repetitiver Tätigkeiten 
- Ganzheitlichkeit und Bedeutsamkeit der auszuführenden Aufgaben (z.B. 
KundInnenkontakt; Wissen, dass das eigene Tun nicht nur der Übung 
dient, sondern ein Beitrag zur Leistung des Unternehmens ist) 
• Ermöglichen von Erfolgserlebnissen  
- Balance zwischen Unter- und Überforderung , etwa über die flexible An-
passung der Ausbildungsplanung anhand der individuellen Kompetenz-
entwicklung und Lernbedürfnisse des/der Jugendlichen 
- Verantwortung übernehmen dürfen (Teilbereiche werden selbstständig be-
arbeitet, was die Rolle des/der Jugendlichen insofern neu definiert, als 
diese über bloße Hilfstätigkeiten hinausgeht) 
- Wahrnehmen der individuellen Stärken und Schwächen des/der Jugendli-
chen und dementsprechender Einsatz  bzw. Unterstützung/Förderung, was 
relativ früh den produktiven Einsatz der Lehrlinge und v.a. auch rasch Er-
folgserlebnisse für die Jugendlichen ermöglicht 
• positives Lernklima 
- respektvoller und wertschätzender Umgang, Kommunizieren auf Augenhö-
he 
- fachliche und persönliche Teamintegration 
- Lob und Anerkennung (kommt besondere Bedeutung zu - sie werden von 
den meisten Jugendlichen als wichtiger eingestuft als bspw. finanzielle 
Anreize) 
- konstruktiver Umgang mit Fehlern 
- ausreichender Raum für Fragen 
• finanzielle Anreize (z.B. Bonuszahlung bei guten Leistungen in der Berufs-
schule)
        

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