Full text: Motivation von Jugendlichen in der betrieblichen Lehrausbildung

Motivation von Lehrlingen 
öibf 75 
Fallbeispiel 8: Rauchfangkehrerbetrieb Habacht, Wien 21 und 1528 
 
Branche/Fachbereich: Gewerbe und Handwerk – Rauchfangkehrer 
  
ausgebildete/r Lehrberuf/e: RauchfangkehrerIn (Lehrzeit: 3 Jahre) 
  
Anzahl der Beschäftigten: 13 
davon Lehrlinge: 3 
  
Lehrlingsausbildung seit: 1997 (seit Übernahme des Betriebs in Wien 21) 
ausgebildete Lehrlinge: 12 
  
Auszeichnungen: „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“ (Trio Award 
2009), „amaZone“ 2007 
  
Besonderheiten der Lehr-
lingsausbildung: 
Ausbildung von Mädchen im nichttraditionellen 
Beruf / hoher Stellenwert der Qualifikation der 
AusbilderInnen / Ausbildung nach dem Rotati-
onsprinzip / Lehrlingsbesprechungen als Feedba-
ckinstrument 
 
Tätigkeitsbereich des Unternehmens: 
Das Rauchfangkehrer-Unternehmen ist in zwei Wiener Gemeindebezirken tätig, 
wobei die beiden Betriebe zu unterschiedlichen Zeitpunkten vom interviewten 
Inhaber29 und Geschäftsführer übernommen wurden (1997 und 2007).  
Geschichte der Lehrausbildung 
Lehrlinge werden vom Betriebsinhaber und Geschäftsführer seit der Übernahme 
des ersten Betriebs im Jahr 1997 ausgebildet, der später übernommene zweite 
Betrieb ist ebenfalls in die Lehrlingsausbildung einbezogen. Beide Betriebe bilden 
auf die Lehrlingsausbildung bezogen eine Einheit. Nachdem zu Beginn zumeist 
nur ein Lehrling ausgebildet wurde, verstärkte sich in den letzten Jahren das 
Engagement, sodass mittlerweile drei bis vier Jugendliche gleichzeitig in Ausbil-
dung stehen. Seit einigen Jahren sind unter den Lehrlingen verstärkt Mädchen 
vertreten. Im Jahr 20007 wurde der Betrieb mit dem amaZone-Award für sein 
„klischeeunabhängiges Frauenbild in der Ausbildung, die individuelle Förderung 
der weiblichen Lehrlinge sowie den außerordentlich hohen Anteil von weiblichen 
Lehrlingen“30 ausgezeichnet – alle drei Lehrlinge damals waren weiblich. 
Lehrlingssuche und -auswahl 
Für den Geschäftsführer stellen die im Rahmen von Schnuppertagen gemachten 
Erfahrungen ein zentrales Kriterium bzw. die relevanteste Quelle für die Lehr-
lingsauswahl dar. Die Feedbackbögen, die von jenen MitarbeiterInnen ausgefüllt 
werden, die die Jugendlichen während der Schnuppertage betreut haben, werden 
den Jugendlichen nach Beendigung übergeben, dienen aber auch der Sicherung 
der gemachten Erfahrungen für den Betrieb. 
„Einmal ist einer mit einem solchen Feedbackbogen von der Schule gekommen. Und dann 
hab ich mir gedacht, warum sollten nicht auch andere diesen Feedbackbogen bekommen und 
hab mich schlau gemacht im Internet und hab ein paar solche Bögen herausgesucht. Ich hab 
auch nicht versucht, was Spezifisches zu finden, sondern etwas, mit dem man auf die Person 
                                              
28 Für das vorliegende Fallbeispiel wurden ein Einzelinterview mit dem Geschäftsführer und ein 
Gruppeninterview mit allen drei Lehrlingen des Betriebs durchgeführt, davon zwei männliche Lehr-
linge im 1. Lehrjahr und ein weiblicher Lehrling im 2. Lehrjahr.  
29 Herr Habacht ist zudem stv. Vorsteher der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft der Wr. Rauch-
fangkehrermeisterschaft, die sich künftig auch im Bereich Fortbildung der Mitglieder engagieren 
wird.  
30 Sh. http://www.sprungbrett.or.at/amazone/siegerinnen/2007-2.shtml
        

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