Full text: Motivation von Jugendlichen in der betrieblichen Lehrausbildung

Motivation von Lehrlingen 
öibf 9 
 
 
Dabei ist die Motivation selbst zunächst unsichtbar. Als „angenommene Ursachen 
zur Erklärung individuellen Handelns“ (Mayrhofer 1996, S. 227) lassen sich Motive 
nicht direkt beobachten. Sie wirken innerhalb der „black-box“ Mensch. Theorien 
zur Motivation versuchen daher, sich den Motiven über die Handlungen und das 
Verhalten, das sie auslösen, anzunähern (vgl. Steinmann/Schreyögg 2005, S. 
535). 
In der Interaktion von Person und Situation steht die Motivation als ein „persön-
liches Wollen“, das Richtung, Intensität und Dauer des Handelns bestimmt, in 
einem ständigen Wechselspiel mit dem individuellen Können und der speziellen 
Situation des Handlungsumfelds bzw. den sozialen Regeln und Normen, denen es 
unterliegt. In diesem Spannungsfeld zwischen persönlichen Eigenschaften und 
Rahmenbedingungen entfalten sich Verhalten und Handeln des Individuums.  
Abb. 1: Determinanten von Verhalten und Handeln 
 
Quelle: Hornstein/Rosenstiel 2000, S.44 
„Motivation ergibt sich aus der Interaktion von Person und Situation. Be-
stimmte im Individuum angenommene Bereitschaften zu zielgerichtetem Verhal-
ten (Motive) werden durch die Wahrnehmung bestimmter Gegebenheiten der Situ-
ation (Anreize) aktiviert und determinieren dann auch das Verhalten des Indivi-
duums […]. Die konkrete Gestaltung der Arbeitsbedingungen, die vom Arbeiten-
den wahrgenommen wird, kann also in diesem Sinne als Anreiz interpretiert wer-
den. Finden die dadurch aktivierten Motive ihr Ziel, ihre Befriedigung, so ergibt 
sich dabei Zufriedenheit. Tritt Zufriedenheit im gleichen Kontext – z.B. bei der 
gleichen Arbeit – immer wieder auf, so entwickeln sich diesem gegenüber positi-
ve Einstellungen […]. Sie können mit gängigen Messverfahren erfasst werden 
und lassen sich als Arbeitszufriedenheit bezeichnen.“ (Rosenstiel/Nerdinger 
2011, S.86f)
        

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