Full text: Die Antrittswahrscheinlichkeit zur Lehrabschlussprüfung

Situation von Wiener Lehrlingen im letzten Ausbildungsjahr 
öibf 32 
Auch die „Selbstwirksamkeitserwartung“ der Lehrlinge übt einen statistisch nach-
weisbaren Effekt auf die subjektive LAP-Antrittswahrscheinlichkeit aus. Je mehr 
Selbstvertrauen die Lehrlinge in ihren eigenen Fähigkeiten und der Bewältigung 
von schwierigen Situationen haben, desto öfter geben die Lehrlinge an, zur LAP 
antreten zu wollen. 
Ein marginaler Effekt auf die Antrittswahrscheinlichkeit geht von der Variablen 
subjektiv empfundener „LAP-Vorbereitungsgrad“ aus. Je besser sich die Lehrlinge 
auf die LAP vorbereitet fühlen, desto geringer ist die subjektiv angegebene Wahr-
scheinlichkeit nicht zur LAP anzutreten. 
Keinen nachweisbaren statistischen Effekt auf die Antrittswahrscheinlichkeit gibt 
es bei den Indizes „LAP Unterstützung des Betriebes“, „Prüfungsangst“, „Berufs-
zufriedenheit“, intrinsische „LAP-Motivation“ und „Ausbildungsqualität“. 
 
Tabelle 5: Regressionsmodell zur Erklärung der Antrittswahrscheinlichkeit (Re-
ferenz: hohe Antrittswahrscheinlichkeit) 
 Effektkoeffizienten (Odds-Ratios) 
Indizes  
Stellenwert LAP (I) 0,67** 
Erfolg Berufsschule (I) 0,75** 
Selbstwirksamkeit (I) 0,80** 
Subjektiver LAP-Vorbereitungsgrad 0,88** 
Stellenwert LAP Betrieb (I) 0,92* 
LAP Unterstützung Betrieb (I) 
kein statistischer Effekt 
(nicht signifikant) 
Prüfungsangst (I) 
Berufszufriedenheit (I) 
Intrinsische LAP-Motivation (I) 
Ausbildungsqualität (I) 
Soziodemografische Variablen  
Niedrige Bildungsressourcen (Referenz) - 
Mittlere Bildungsressourcen 0,78* 
Hohe Bildungsressourcen 0,75* 
Alter 0,88** 
Geschlecht (männlich) 1,30* 
Migrationshintergrund 1,60** 
Übrige Bundesländer 0,76* 
Pseudo- R2-Statistik (Cox & Snells R2) 0,52 
Weitere Kontrollvariablen im Modell (nicht signifikant): 
Lehrberufsgruppen, Zweigbetrieb 
Quelle: öibf LAP-Befragung 2013.  
Regressionsmethode: binär logistische Regression. Unabhängige Variable: subjektive LAP-
Antrittswahrscheinlichkeit. Referenzlevel: hohe Antrittswahrscheinlichkeit. Effektkoeffizienten sind 
nicht standardisiert. Signifikanzniveaus: ** 0,99, * 0,90. n=2.953 (1.491 Fälle wegen fehlender 
Werte gelöscht). Modellannahmen wurden geprüft. Ausgeschlossen: 2? und 3? - jährige Lehrberu-
fe, Doppellehrberufe. Abkürzung: (I)=Index, konstruiert aus mehreren Items 
 
Die soziodemografischen Variablen wie „Bildungshintergrundressourcen“, „Alter“, 
„Geschlecht“ und „Migrationshintergrund“ haben statistisch signifikante Effekte 
auf die LAP-Antrittswahrscheinlichkeit. Lehrlinge, mit niedrigen Bildungsressour-
cen haben eine um 20-25% geringere LAP-Antrittswahrscheinlichkeit als Lehrlinge 
mit mittleren oder hohen Bildungsressourcen im Elternhaushalt. 
Mit zunehmendem Alter erhöht sich die subjektive Antrittswahrscheinlichkeit der 
Lehrlinge. Ältere Lehrlinge geben statistisch signifikant häufiger an zur LAP an-
treten zu wollen als jüngere Lehrlinge.  
Der bereits oben festgestellte bivariaten Zusammenhang zwischen Geschlecht und 
der Antrittswahrscheinlichkeit wird hier bestätigt. Männliche Lehrlinge haben
        

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