Full text: "Ich glaub, sie wissen halt, dass wir Mädchen sind"

• Die amaZone Referenzindikatoren sind zur Messung des Status Quo in 
der Österreichischen Lehrausbildungslandschaft über den amaZone Award 
hinaus geeignet, dafür bedarf es einer bundesweiten Initiative. Die in die-
ser Untersuchung formulierten Anregungen und Empfehlungen könnten in 
ein amaZone Gütesiegel zusammengefasst werden und Unternehmen mit 
einer Zertifizierung ihr vorbildliches Engagement in der Lehrmädchen- und 
Frauenförderung nach Aussen tragen. Dies könnte ein Schritt sein, die 
Aufmerksamkeit weiterer interessierter Lehrlinge zu gewinnen und so á la 
longue über die Token Visibility in den Betrieben hinweg zu kommen. 
• Wir empfehlen, eine Gendersensibilisierung als integralen Teil in die 
Ausbildung von LehrausbildnerInnen aufzunehmen.
• Positives in den Betrieben können Gender und Diversity Seminare für 
alle MitarbeiterInnen bewegen, gerade auch in männlich konnotierten 
Domänen. Bewusste Einstellung von Frauen, Teamtage und Lehr-
lingsvernetzung unterstützen, Prozesse der Token Visibility und des 
Otherings intra- als auch intersubjektiv zu reflektieren und mehr Aufmerk-
samkeit auf den betriebsinternen Sprachgebrauch zu legen.
• Um einengende Einstellungen, vergeschlechtlichte Erwartungen und Zu-
schreibungen zu ändern, braucht es öffentlichkeitswirksame Kampagnen, 
die z. B. das Thema »schwer Tragen« aus einer Gesundheitsperspektive 
aufgreifen und fordern, dass weder Frauen noch Männer ihre Körper unter 
der schweren Arbeitslast schädigen. 
Die durch die Studie erhobenen Ergebnisse sind eine Momentaufnahme. Es gilt 
auch weiterhin zu beachten, dass sich die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen 
in der Lehrausbildung in ihren Ansprüchen, in ihrem Selbstverständnis, den 
Möglichkeiten und Herausforderungen am Arbeitsplatz verändern. Mädchen  
und Frauen in handwerklich-technischen Lehrausbildungen sind in Bewegung 
und es muss noch viel bewegt werden.
X. Literatur:
Bergmann, Nadja; Gutknecht-Gmeiner, Maria; Wieser, Regine; Willsberger, 
Barbara (2002): Berufsorientierung und -einstieg von Mädchen in einen geteilten 
Arbeitsmarkt – Empirische Erhebungen zum Berufswahlprozess von Mädchen. – 
Wien, L&R Sozialforschung.
Bohnsack, Ralf (2010): Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualita-
tive Methoden. Opladen
Castro-Varela, Maria do Mar (2010): Un-Sinn: Postkoloniale Theorie und  
Diversity in: Kessl Fabian; Plößer, Melanie (Hg.): Differenzierung, Normalisierung, 
Andersheit. Soziale Arbeit als Arbeit mit Anderen. VS Verlag, S. 249–262
Europäische Kommission (2009): Empfehlung des Europäischen Parlaments 
und des Rates vom 18.06.2009 zur Einrichtung eines europäischen Bezugs-
rahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, 
Amtsblatt der Europäischen Union (2009/C 155/01);
http://eurlex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2009:155:0001:0010:D
E:PDF, Download am 20.11.2011
GlBG Gleichbehandlungsgesetz: online unter: http://www.bka.gv.at/-DocView.
axd?CobId=36445; Stand 09/2011, GBK I/4/04: Senat I der Gleichbehand-
49»Ich glaub, sie wissen halt, dass wir Mädchen sind« Wien, Dezember 2011
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.