Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2017 Heft 28 (28)

Wenngleich diese Ausgabe der „Wirtschaftspolitik–Standpunkte“ knapp nach Be-
kanntwerden des Regierungsprogramms der ÖVP-FPÖ-Regierung erscheint, be-
schäftigen wir uns hier nicht mit den geplanten Vorhaben, die insgesamt eine Um-
verteilung von arm zu reich darstellen und zulasten von ArbeitnehmerInnen und 
ärmeren Bevölkerungsgruppen gehen. Die Inhalte dieser Ausgabe sind natürlich 
bereits vor einiger Zeit geplant worden. Stellungnahmen der AK zum Regierungs-
programm finden Sie auf der AK-Homepage. 
Uns beschäftigen auch diesmal wichtige Gegenwarts- und Zukunftsfragen, wie die 
Entwicklung des Online-Handels in Wien, wo eine regionale E-Commerce-
Plattform den Wiener Einzelhandel dabei unterstützen soll, verstärkt am wachsen-
den Online-Markt teilhaben zu können und so auch den Kaufkraftabfluss an aus-
ländische Konzerne einzudämmen. Ein weiterer, immer größerer Markt ist jener 
der elektronischen Wohnungs- oder Zimmervermietung in Wien. Die TU Wien hat 
die Buchungsplattform Airbnb genauer unter die Lupe genommen und stellte 
dabei fest, dass sich gerade eine neue Form der Immobilienverwertung in Wien 
etabliert. Hier entsteht zunehmend Regulierungsbedarf, da dem Wiener Woh-
nungsmarkt auf diese Weise immer mehr Wohnungen entzogen werden.  
Zwei weitere Beiträge befassen sich mit Maßnahmen auf europäischer Ebene: Der 
erste analysiert eine Mitteilung der Europäischen Kommission über eine Strate-
gie für die Zukunft der Industrie und kommt zu dem Schluss, dass diese eher 
einer Sammlung von angebotsorientierten EU-Projekten darstellt, die auf Deregu-
lierung und stärkeren Wettbewerb abstellen und letztlich kaum im Sinne der Be-
schäftigten wirken. Der zweite Artikel zeigt die bedrohliche Entwicklung und stellt 
sehr anschaulich dar, wie sich die EU in den letzten Jahrzehnten immer mehr von 
einer Union der sozialen Marktwirtschaft hin zu einem Binnenmarkt als Motor der 
zentrifugalen Kraft entwickelt hat und zunehmend soziale Grundrechte seiner 
EinwohnerInnen bedroht. 
Und schließlich erklären zwei engagierte Mitglieder der Organisation des  
Frauen*Volkbegehrens, welche Maßnahmen es im wirtschaftspolitischen Bereich 
dringend braucht, damit in Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen end-
lich etwas weitergeht. 
Eine interessante Lektüre und alles Gute für 2018 wünscht Ihnen 
Vera Lacina 
 2 
 
 
 6 
 
 
 12 
 
 
 15 
 
 
  20
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.