Volltext: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2017 Heft 25 (25)

höchstem Maße intransparent (Es gibt bis zu 
sieben Indizes, die teilweise nicht einmal öf-
fentlich zugänglich sind.). Überdies wird die-
se „Preiserhöhungsklausel“ in den Allgemei-
nen Geschäftsbedingungen (AGBs) oder 
Wärmelieferverträgen nur bedingt verständ-
lich beschrieben.  
Intransparenz besteht aber auch bezüglich 
Energieverbrauch und Wärmekennzeichnung: 
Auf untersuchten Rechnungen fehlt eine 
Übersicht über den eigenen Energiever-
brauch, auch im Vergleich zum Vorjahr – er 
ist also für KonsumentInnen nicht einschätz-
bar. Ebenso fehlt die Information über die 
Wärmekennzeichnung, also ein Nachweis, 
aus welchen Primär-Energieträgern die Wär-
me erzeugt wurde. Für Stromversorgungsun-
ternehmen ist die Bereitstellung all dieser 
Informationen gesetzlich geregelt, sie finden 
sich auf jeder Strom-Jahresabrechnung. 
Ein weiteres Problemfeld: Geraten KundInnen 
in Zahlungsschwierigkeiten, kann das bei 
manchen Anbietern für sie extrem teuer wer-
den (siehe Tabelle 2). Für einkommens-
schwache Haushalte bedeutet dies oft 
schlichtweg ein Desaster. 
Mit steigender Zahl der Akteure steigt auch 
die Intransparenz (siehe dazu Beispiel in Ab-
bildung 2): Neben den an sich schon kompli-
ziert zu errechnenden Wärmekosten – inklusi-
ve der bereits oben erwähnten Preisgleitklau-
seln – kommen dann noch zahlreiche Kosten-
positionen „beauftragter Dritter“ für Messleis-
tung, Erstellung der Rechnung etc. sowie Kos-
ten für die Dienstleistung des Wärmeabgebers 
hinzu. Die Folge: Die Ermittlung der Gesamt-
kosten für Heizung und Warmwasser ist für die/
den Einzelne/n gar nicht möglich. Außerdem 
besteht bei zwischengeschalteten Dritten zu-
sätzlich die Gefahr der Doppelverrechnung von 
Kosten. 
Ein besonderes Problem stellt das sogenannte 
„Wärme-Contracting“ dar. Anwendung kann 
dieses Vertragsmodell sowohl bei hausinterner 
Wärmeversorgung durch einen gewerblichen 
Wärmeerzeuger als auch bei Nah- und Fern-
wärmebezug finden. Das Heizkostenabrech-
nungsgesetz (HeizKG) verbietet bei solchen 
Konstellationen nicht ausdrücklich, dass die 
Errichtungskosten der Heizanlage oder Überga-
bestation in den laufenden Heizkosten verrech-
net werden. Daher nutzen viele Bauträger die-
ses Contracting-Modell, um die Wohnungen 
günstig am Markt anzubieten. Die Errichtungs-
kosten für die Heizanlage oder Übergabestation 
bezahlen die MieterInnen oder KäuferInnen 
dann später in den laufenden, völlig intranspa-
renten Heizkosten – und dadurch steigen für 
diese Unternehmen auch die Gewinnspannen, 
wenn in die laufenden Rechnungen mehr als 
die alleinigen Errichtungskosten eingepreist 
wird.  
Ein Aussteigen aus Verträgen bzw. ein Wechsel 
des Heizungssystems ist für VerbraucherInnen 
technisch und/oder rechtlich oft nicht möglich,
        

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