Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2018 Heft 29 (29)

Jüngst hat die österreichische Bundesregierung die lang angekündigte Klima- 
und Energiestrategie vorgestellt. Dass es für eine integrierte Klima- und Ener-
giestrategie höchst an der Zeit ist, sehen auch die ExpertInnen der AK so, aller-
dings werden im ersten Beitrag dieser „Wirtschaftspolitik–Standpunkte“ zusätz-
lich essenzielle Punkte angesprochen, denen bisher viel zu wenig Beachtung 
geschenkt wurde – die Finanzierung der Maßnahmen und Verteilungsfragen. Der 
zweite Beitrag zur „schönen“ neuen Energiewelt widmet sich dem Thema 
„Blockchain“ in der Energiewirtschaft und zeigt auf, dass es auch hier we-
sentlichen Klärungs- und Diskussionsbedarf gibt. Im anschließenden Teil wird 
die neue Studie WIFO „Sozialstaat als Standortfaktor“ vorgestellt, in der die 
Wirkungsmechanismen des Sozialstaates für den österreichischen Wirtschafts-
standort dargestellt werden. Auch das WIFO stellte dabei fest, dass der bisheri-
ge Weg mit einem gut ausgebauten Sozialstaat Österreich genutzt hat – nicht 
zuletzt auch, um die letzte Krise besser zu bewältigen als viele andere Staaten. 
Die Attraktivität des Standortes Österreich zeigt sich auch im neuen Rekord an 
Betriebsansiedlungen, allerdings gibt es dabei auch einen Wehrmutstropfen – 
nicht viele, aber manche Unternehmen entschließen sich dazu Betrieb(steile) ins 
Ausland zu verlagern. Die AK erstellt zu diesem Thema seit vielen Jahren den 
„AK-Verlagerungsmonitor“, um auch diese Entwicklung zu beobachten. Nicht 
fehlen darf natürlich auch ein Beitrag zum Verwirr“spiel“ rund um die Luftfahrtli-
nie NIKI. Der letzte Beitrag dieser Ausgabe zeigt am Beispiel eines britischen 
Konzerns, was passiert, wenn Unternehmen der Daseinsvorsorge privatisiert 
werden und dann in Konkurs gehen. Daran schließt sich ein Appell – auch an die 
Politik der Europäischen Union – funktionierende Versorgungssysteme nicht 
durch eine fehlgeleitete Wettbewerbsdoktrin und leichtfertige Privatisierung zent-
raler öffentlicher Aufgaben zu zerstören.  
Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen 
Vera Lacina 
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