Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2020 Heft 36 (36)

Seite 2 | Wirtschaftspolitik Standpunkte 1/2020 ger unterschieden. Die Einkommensdaten kom- men aus dem EU-SILC1 (European Union Statis- tics on Income and Living Conditions). Im An- schluss werden nun ausgewählte Ergebnisse der umfangreichen Studie präsentiert. Verteilung der Heizungsarten und Energie- träger in Österreich Bei den knapp 3,8 Mio. Haushalten in Österreich stellt die Hauszentralheizung mit knapp 50% (1,891.921 Haushalte) die meist verbreitete Hei- zungsart dar, gefolgt von Fernwärme-Heizungs- systemen mit 944.644 Haushalten und der Eta- genheizung mit 448.992 Haushalten. Festinstal- lierte Einzelofen- sowie Elektroheizungen gibt es in 235.267 bzw. 149.699 Haushalten, Gaskonvek- toren werden von 112.365 der österreichischen Haushalte verwendet. Interessanterweise gibt es allerdings immer noch 16.494 Haushalte in Ös- terreich ohne (fest installiertes) Heizungssystem (siehe Abbildung 1). SO HEIZT ÖSTERREICH HEIZUNGSARTEN UND ENERGIETRÄGER IN ÖSTERREICHISCHEN HAUSHALTEN IM SOZIALEN KONTEXT Um nachhaltige Maßnahmen zur Milderung und Bekämpfung der Klimakrise entwickeln zu können, bedarf es evidenzbasierter Forschung und empirisch belegbarer Ergebnisse. Gerade im Bereich des priva- ten Energieverbrauchs in Österreich ist jedoch unklar, wer welche Heizungssysteme nutzt und mit wel- chen Energieträgern diese betrieben werden. Um einen Umstieg von fossilen Energieträgern auf umwelt- freundlichere Energieressourcen forcieren zu können und bedarfsgerecht zu fördern, wie dies auch im Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen enthalten ist, muss jedoch bekannt sein, wer, wie und womit heizt. Eine Studie des Forschungsinstituts „Economics of Inequality“ (INEQ) der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag der Arbeiterkammer Wien kommt diesem Erfordernis nun nach. Ziel der durchgeführten Kurzstudie war die deskriptive Darstellung und Auswertung der Verteilung der Heizungsarten und Energieträ- ger in Österreich nach Einkommensmerkmalen, Wohnsituation, Regionen und Alter des Gebäu- des. Dies sollte eine erste Datengrundlage schaffen um in weiteren Schritten dabei zu hel- fen, klima- und energiepolitische Maßnahmen im Bereich privater Haushalte hinsichtlich ihrer verteilungspolitischen Auswirkungen besser einschätzen zu können. Bis dato existierten keine derartigen Auswer- tungen für Österreich. Als Datengrundlage wurde die letzte Konsu- merhebung der Statistik Austria herangezogen, weil diese sich aufgrund der spezifischen Fra- gestellungen zu Heizungsarten und Energieträ- gern am besten eignete. Darin wird einerseits zwischen Heizungsart und der dafür verwende- ten Technologie sowie andererseits dem (überwiegend dafür) verwendeten Energieträ- Von Vanessa Lechinger, WU-Wien und Sandra Matzinger, Abteilung Wirtschaftspolitik, AK-Wien 1. „SILC ist eine Erhebung, durch die jährlich Informationen über die Lebensbedingungen der Privathaushalte in der Europäischen Union gesammelt werden.“ (www.statistik.at/web_de/frageboegen/private_haushalte/eu_silc/index.html).

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