Full text: Die Freizeitoption in Kollektivverträgen (143)

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2. INANSPRUCHNAHME DER FREIZEITOPTION 
Nachdem bislang über die Themen Arbeitszeitverkürzung und Freizeitoption im Allgemeinen die Rede war, 
soll nun in diesem Teil der Arbeit untersucht werden, wie dieses Angebot seitens der Betriebe und Beleg-
schaften tatsächlich an- und aufgenommen wurde. Anhand von zwei aktuellen Erhebungen der Gewerkschaf-
ten GPA-djp einerseits sowie PROGE andererseits soll ein Bild von Ausmaß und Struktur der Inanspruchnah-
me der Freizeitoption skizziert werden. Wie viele Betriebe haben die Freizeitoption angeboten, wie viele 
ArbeitnehmerInnen einen Antrag eingereicht? Beide Umfragen beziehen sich auf die Elektro- und Elektronik-
industrie. Ältere Erhebungsergebnisse finden sich zusammengefasst bei Soder 2014. 
 
2.1 GPA-djp Betriebsratsumfrage Winter 2014/15 
Zum wiederholten Mal hat die GPA-djp im November und Dezember 2014 eine Betriebsratsumfrage zur Eva-
luierung der Freizeitoption durchgeführt. Erstmals wurde darin versucht, etwas detailliertere Erkenntnisse in 
Erfahrung zu bringen. Rund 120 BetriebsrätInnen der Elektro- und Elektronikindustrie wurden zur Beantwor-
tung eines Online-Fragebogens mit rund 20 Fragen eingeladen. Die Umfrage bezog sich ausschließlich auf 
Angestellte dieser Branche (eine Erhebung für ArbeiterInnen wird in Kapitel 2.2 behandelt). Summa summa-
rum wurden 53 Fragebögen ausgefüllt und abgegeben, was einer Rücklaufquote von rund 45 % entspricht. 
Von den 53 damit verbundenen Betrieben bieten 21 (39,6 %) ihren Angestellten die Freizeitoption an, 32 
(60,4 %) tun dies nicht. Im Folgenden werden die Ergebnisse der GPA-djp Betriebsratsumfrage 2014 im Detail 
präsentiert. Sofern nicht anders angegeben, basieren alle genannten Zahlen und Darstellungen auf dem Da-
tenmaterial dieser Umfrage. 
 
2.1.1 Gründe gegen eine Betriebsvereinbarung zur Freizeitoption 
Wie bereits angesprochen (vgl. 1.2), bedarf es als allgemeiner Voraussetzung für die Freizeitoption einzig 
einer freiwilligen Betriebsvereinbarung. Auf Basis der Umfrageergebnisse haben 32 der 53 Betriebe ihren 
Angestellten die Freizeitoption nicht zur Auswahl angeboten. Wie Fehler! Verweisquelle konnte nicht ge-
funden werden. zeigt, weshalb eine solche Betriebsvereinbarung in besagten Unternehmen nicht zustande 
gekommen ist. 
In der überwiegenden Mehrheit der Fälle (71,9 %) verhinderte die Geschäftsführung die Einführung der Frei-
zeitoption. In 28,1 % stimmte, gemeinsam mit der Geschäftsführung, auch der Betriebsrat gegen die Einfüh-
rung. Andere Gründe wurden in der Umfrage keine genannt, genauso wie es offenbar nie passiert ist, dass 
ausschließlich der Betriebsrat ein Veto gegen die Freizeitoption eingelegt hätte.
        

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