Full text: Pendeln in der Ostregion - Potenziale für die Bahn (56)

Süden: 
Aus dem Süden wurden die Südachse, die Pottendorfer Achse, die Äußere und die Innere Aspang-
bahn und die Mattersburgerbahn hinsichtlich ihrer Potenziale untersucht. In Bezug auf das Gesamt-
potenzial ergeben sich an der Südachse über 46.600 potenzielle Tagespendler/-innen mit der Bahn. 
Damit zählt diese Achse zur zweitstärksten nach dem S-Bahn-Kern in Wien. Die Potenziale am 
Wohnort mit kurzen Distanzen zu den Haltestellen sind an der Südachse mit fast 16.000 um über 
4.000 Tagespendler/-innen größer als an der Westachse. Die Erhebungen haben jedoch ergeben, 
dass es an den Pendlerbahnhöfen der Südachse nur rund 2.200 Radabstellanlagen gibt und damit 
um 1.200 weniger als an der Westachse. Den Berechnungen zufolge müsste die Anzahl an Fahr-
radabstellplätzen mehr als verdoppelt, d.h. um rund 3.100, aufgestockt werden. 
Bei der Pottendorfer Achse ergeben sich Potenziale in der Höhe von rund 10.000 Pendler/-innen. An 
den anderen betrachteten Bahnen wurden weitaus geringere Potenziale an den Wohn- und Arbeit-
sorten gefunden. Große Unterschiede zeigen sich bei den Standortentfernungen zu den Bahnhalte-
stellen. Während an der Südachse rund 68 Prozent der Pendler/-innen in Fahrraddistanz von den 
Haltestellen entfernt wohnen, sind es an der Pottendorfer Achse nur rund 49. Aus Sicht der Arbeits-
plätze zeigt sich an der Pottendorfer Achse eine ähnlich verbesserungswürdige Standortentwick-
lung, da nur 42 Prozent der Arbeitsorte im Nahebereich der Haltestellen gefunden wurden. An der 
Südachse sind es rund 62 Prozent. Bei den Pendelrouten zeigt sich, dass bei der Pottendorfer Ach-
se Ziele im 22. Bezirk, wie sie mit der Durchbindung mit dem Fahrplan 2013 geschaffen wurden, 
eine untergeordnete Rolle spielen. Immerhin rund 850 Pendler/-innen und damit 20 Prozent der 
Einpendler/-innen an der Pottendorfer Achse haben ihre Ziele in den Bereichen Landstraße und 
Praterstern. Aus diesen Ergebnissen ist eine Durchbindung auf die Stammstrecke eine spürbare 
Verbesserung für mehr als 20 Prozent der Pendler/-innen. Immerhin 300 Pendler/-innen arbeiten im 
Bereich des Hauptbahnhofs, das heißt zumindest eine Führung der Angebote bis zum Hauptbahn-
hof, mit guten Umsteigeverknüpfungen zur Stammstrecke, sollte Standard sein. 
Südosten: 
Die Ostachse, die Panonniabahn und die Pressburger Bahn verbinden im Südosten Wien mit dem 
Umland. Während an der Pressburgerbahn gewichtete Pendlerpotenziale von rund 15.800 gefunden 
wurden, waren es an der Ostachse 8.600. Bei der Panonniabahn ergeben sich Potenziale von 
knapp 1.600. Auffallend ist, dass sich an der Pressburgerbahn zwei Drittel der Wohnorte und 90 
Prozent der Arbeitsorte in kurzen Distanzen zu den jeweiligen Haltestellen befinden. Die Ostachse 
liegt mit rund 54 Prozent der Wohnorte und vor allem mit nur rund 47 Prozent der Arbeitsorte unter 
dem Durchschnitt. Eine weitere Besonderheit kennzeichnet die Pressburgerbahn: bei ihr sind die 
Potenziale an den Arbeitsorten mit fast 10.400 täglichen Pendler/-innen nahezu doppelt so groß wie 
an den Wohnorten. Dies zeigt sich auch bei den Analysen der Pendelrouten – sie ergeben gewichte-
te Pendlerpotenziale von 3.100 bei den Ein- und 6.400 bei den Auspendler/-innen. Für rund 96 Pro-
zent der Auspendler/-innen – das sind über 6.100 -  an der Pressburgerbahn sind Betriebe im Um-
feld des Flughafen Wiens, der Haltestelle Schwechat und Mannswörth die Pendelziele. Bei der 
Ostachse zeigt sich, dass vor allem auch Betriebsstandorte am S-Bahn-Kern als Ziele gelten. Allei-
ne an den Haltestellen Wien Praterstern und Wien Mitte-Landstraße haben über 1.200 potenzielle 
Bahnpendler/-innen ihre Arbeitsplätze. Um die Kombination Bahn und Rad zu verbessern gibt es an 
der Pressburgerbahn enormen Nachholbedarf. Den Berechnungen zufolge müssten die Kapazitäten 
auf das dreieinhalbfache gegenüber dem Ist-Stand von rund 310 Abstellplätzen ausgebaut werden. 
Das bedeutet, es fehlen fast 800 Fahrradabstellplätze, wobei Schwechat mit rund 270 einen Hotspot 
darstellt.
        

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