Full text: Betriebsvereinbarungen (1)

3DAS GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ SCHÜTZT Das Gleichbehandlungsgesetz schützt Personen am Arbeitsmarkt vor Diskriminierungen, und sieht Sank- tionen (Schadenersatz) vor. Die Zahl jener, die aller- dings vor Gericht gehen, ist überschaubar. Lange Verfahren, schwierige Beweislage, tiefe persönliche Verletzungen und nicht mehr damit konfrontiert werden wollen, sind Gründe dafür. Damit es auch gar nicht zu Diskriminierung am Arbeitsplatz bzw im Betrieb kommt und alle Menschen unabhängig von Herkunft die gleichen Chancen erhalten und gleich behandelt werden, gibt es verschiedene Instrumente wie Diversity Management, Codes of Conduct, Interkulturelle Coaches und InterkulturlotsInnen, die eingesetzt werden können. Das Gleichbehandlungsgesetz verbietet jede Form der Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung im Arbeitsleben. Bei Verletzung steht Arbeitnehmerinnen und Arbeit- nehmern ua. Schadenersatz zu. Antidiskriminatorische Betriebsvereinbarungen als „Chance“ für Gleichbehandlung Besonders gut eignet sich die antidiskriminatorische Betriebsvereinbarung, weil diese einen verbindli- chen Charakter zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen herstellt. Die Vereinbarung ist vor allem auch ein Präventions- und Sensibilisierungs- instrument. Schließlich soll ein Prozess über eine bestimmte Zeitspanne im Unternehmen stattfinden, wo Mitglieder des Betriebsrates unter Einbeziehung von ArbeitgeberInnen und MitarbeiterInnen gemein- sam eine Vereinbarung erarbeiten. Dieser Prozess kann auch mit externer Begleitung stattfinden, wenn das Unternehmen die finanziellen und personellen Ressourcen bereitstellt. Betriebsvereinbarungen können auch in bestehende Diversity Management- Konzepte integriert werden. Die antidiskriminatorische Betriebsvereinbarung soll für BetriebsrätInnen als ein wichtiges Unter- stützungsinstrument zum Erkennen, Beseitigen und Vermeiden von Diskriminierung und Konflikten dienen. Antidiskriminatorische Betriebsvereinbarungen in Österreich Österreich hat in diesem Bereich noch keine lange Tradition. Im Jahre 2004 veröffentlichte eine Arbeits- gruppe der „Initiative Minderheiten“, einen allgemein anwendbaren Musterentwurf für eine Betriebsverein- barung gegen Diskriminierung. Darin wurden genaue innerbetriebliche Verfahrens-Richtlinien im Falle von Diskriminierung festgelegt. In Folge erarbeitete „Initiative Minderheiten“ selbst eine antidiskriminatorische Betriebsvereinbarung. Relativ zeitgleich wurde bei „Jugend am Werk“ eine Betriebsvereinbarung über „Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz zur Vorbeugung und zum Abbau von Mobbing, sexueller Belästigung, Diskriminierung sowie zur Förderung friedlicher Kon- fliktbearbeitung“ abgeschlossen. Zusätzlich wurde eine begleitende Broschüre für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Thematik und Hilfestellung bei möglichen Verstößen verfasst. Mittlerweile haben beispielsweise die Akademie der bildenden Künste, Technische Universität Wien und einige andere Einrichtungen Betriebsverein- barungen abgeschlossen, um partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz zu unterstützen und Diskriminierung zu beseitigen. Vom ÖGB wurde eine Musterbetriebsvereinbarung zum Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erstellt. DIESES AK AKTUELL KONNEN SIE UNTER FOLGENDER WEBADRESSE DOWNLOADEN: http://wien.arbeiterkammer.at/zeitschriften

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