Volltext: Das Recht der Arbeit - Heft 338 (338)

Neue Bücher
374 DRdA ? 3/2012 ? Juni
Scherz
Werkverträge & freie Dienstverhältnisse
3. Auflage, LexisNexis Verlag, Wien 2010, 120 Seiten, 
€ 27,–
Werkverträge und freie Dienstverträge stellen belieb-
te Formen der Arbeitsflexibilisierung dar. Die zahlreichen 
Änderungen im Sozialversicherungs- und Steuerrecht der 
letzten Jahre – allen voran die sozialversicherungsrechtliche 
„Aufwertung“ freier Dienstverträge und die Möglichkeit eines 
„opting in“ in die Arbeitslosenversicherung für selbständig 
Erwerbstätige – haben eine Neuauflage dieses Ratgebers 
der GPA-Expertin für atypische Beschäftigung fast schon 
zwingend erforderlich gemacht.
Scherz bietet mit ihrem Buch (potentiell) Betroffenen einen 
Überblick über die arbeits-, sozialversicherungs- und steuer-
rechtlichen Grundlagen der genannten Vertragsformen. Zahl-
reiche Beispiele erleichtern das Verständnis der kompakten, 
inhaltlich eher knapp gehaltenen Darstellung. Als besonders 
praxisrelevant ist jenes Kapitel hervorzuheben, in dem die Auto-
rin systematisch die sozialversicherungs- und steuerrechtlichen 
Konsequenzen im Falle parallel bestehender echter und freier 
Dienstverhältnisse bzw Werkverträge sowie die Auswirkungen 
von Einkünften aus Werk- bzw freien Dienstverträgen neben 
Sozial(versicherungs)leistungen und Studium darstellt; auch 
hier sorgen griffige Beispiele für eine bessere Verständlichkeit.
Die rechtlichen Neuerungen hat die Autorin umfassend 
in die neue Auflage eingearbeitet. Kritisch ist hier allenfalls 
anzumerken, dass auf der Suche nach Erklärungen zu neuen 
Begriffen etwas Spürsinn erforderlich ist; so finden sich etwa 
die wichtigsten Erläuterungen zum neuen „opting in“ in die 
Arbeitslosenversicherung für Selbständige nicht wie erwar-
tet bereits im Kapitel „Sozialversicherung“, sondern erst 
weiter hinten im Zuge der Darstellung von Parallelbezügen. 
Erleichtert wird diese Suche allerdings durch das Stichwort-
verzeichnis im Anhang, das für den Anwender ebenso positiv 
hervorzuheben ist wie die ebenfalls im Anhang enthaltene, 
systematisch gegliederte Übersicht über die wichtigsten 
Ansprechpartner für weitergehende Informationen.
BIRGIT SCHRATTBAUER (SALZBURG)
Krapf/Thamm
Jobverlust – Was kann ich tun?
Manz Verlag, Wien 2011, 212 Seiten, broschiert, € 18,80
In einer immer mobiler werdenden Arbeitswelt werden 
langjährige Beschäftigungsverhältnisse zunehmend von der 
Regel zur Ausnahme; man mag dies bedauern, hat es aber 
jedenfalls zur Kenntnis zu nehmen. Gleichzeitig steigt der Bera-
tungsbedarf der AN, die gewollt oder ungewollt mit einer Been-
digung ihres Beschäftigungsverhältnisses konfrontiert sind.
Die Autoren knüpfen an diesen Beratungsbedarf an und 
wollen mit ihrem Ratgeber die wichtigsten Informationen 
zusammenfassen, die für den Zeitraum der Beendigung des 
Beschäftigungsverhältnisses und für die allenfalls folgende 
Phase der Arbeitslosigkeit benötigt werden.
In diesem Sinne behandeln die Autoren sowohl arbeits-
rechtliche Themen wie die Beendigung des Arbeitsverhältnis-
ses, als auch einschlägige sozialversicherungsrechtliche The-
men der Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung vom 
Arbeitslosengeld über die Notstandshilfe bis zu Beihilfen des 
Arbeitsmarktservice (AMS); überdies behandeln die Autoren 
kursorisch auch die „Option Selbständigkeit“.
Ansprechend ist der übersichtliche Aufbau dieses Ratge-
bers, der im Anhang auch nützliche Adressen samt Telefonnum-
mern auflistet (Gebietskrankenkassen, Geschäftsstellen des 
AMS, Bundessozialämter, Arbeiter- und Wirtschaftskammern 
etc). Erfreulich ist auch die leichte Lesbarkeit, die dennoch nicht 
auf Kosten der Vollständigkeit und Genauigkeit der einzelnen 
praxisrelevanten Themen geht; dies wird insb auch durch einen 
gut strukturierten Text erreicht (ua mit Beispielen und Tipps). 
Auch der erfrischende Stil trägt zur Lesefreude bei.
Resümierend kann dieser Ratgeber nicht nur allen AN 
empfohlen werden, die mit einer Beendigung ihres Beschäfti-
gungsverhältnisses konfrontiert sind, sondern er ist durchaus 
auch für den/die PraktikerIn, der/die sich einen schnellen 
Überblick verschaffen möchte, von Gewinn.
WOLFGANG GORICNIK (SALZBURG)
Burger
Das Ende des Streikrechts?
Verlag des ÖGB, Wien 2011, 196 Seiten, € 34,80
Zunächst und um Verwechslungen zu vermeiden: Es 
gibt nunmehr zwei Florian Burger in der Arbeitsrechtswissen-
schaft. Den älteren (Rechtswissenschaftler) an der Universität 
Innsbruck, und den jüngeren, der bei der Arbeiterkammer 
Wien beschäftigt ist. Letzterer hat diese Monografie als Dis-
sertationsschrift an der Universität Salzburg vorgelegt.
Es gehört schon einiger Mut dazu, sich bei seinem 
Erstlingswerk an einem rechtsdogmatisch derart schwierigen 
Thema zu messen wie dem Arbeitskampfrecht. Noch dazu, 
wenn man dieses in den europarechtlichen Kontext einzu-
betten sucht. Florian Burger löst diese Aufgabe durchaus 
stringent, indem er im ersten Teil vor allem den Begriff, die 
Arten und die nationalen rechtlichen Grundlagen des Arbeits-
kampfrechts unter vollständiger Berücksichtigung des bishe-
rigen Schrifttums darstellt, in der Folge einen interessanten 
Überblick über das Streikrecht in den anderen Mitgliedstaa-
ten der EU bietet und schließlich zuletzt die Frage erörtert, 
wie sich ein gemeinschaftliches Grundrecht auf Streik zu den 
europäischen Marktfreiheiten verhält. Hierbei erleichtert die 
Einfügung von zusammenfassenden Zwischenergebnissen 
nach den jeweiligen Kapiteln wesentlich den Einstieg in die 
jeweils anschließende Thematik. Das Ergebnis – als kurze 
Antwort auf den in Frageform durchaus provokant gewählten 
Titel des Buches formuliert: „Kein Ende des Streikrechts!“
In einer Buchbesprechung einen rechtswissenschaftlichen 
Diskurs über einzelne Thesen zu führen, würde dem Umfang 
und der geistigen Leistung einer Monografie niemals gerecht 
werden und soll daher dem zukünftigen Schrifttum vorbehalten 
bleiben. Als Mitarbeiter einer Arbeiterkammer eines Bundeslan-
des fühle ich mich aber jedenfalls zu folgendem kurzen Hinweis 
verpflichtet: Es gibt in Österreich nicht „die Arbeiterkammer 
mit ihren Landesstellen“, wie der Autor auf S 48 vermeint, 
sondern jede Arbeiterkammer eines Bundeslandes ist eine 
eigenständige Körperschaft öffentlichen Rechts, die grund-
sätzlich autonom ihre gesetzlichen Aufgaben wahrnimmt. Der 
Umstand, dass das Kernthema der Monografie ganz woanders 
liegt, macht eine derartige Aussage zwar verzeih-, aber gerade 
für mich als Rezensenten nicht verschweigbar.
        

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