Full text: Einschätzung des Regierungsübereinkommens der Bundesregierung 2013-2018

75 
 
Pensionsalter. Dieses soll laut Regierungsprogramm im Bereich der 
Pensionsversicherung von derzeit 58,4 auf 60,1 (Durchschnitt Männer/Frauen) im Jahr 
2018 ansteigen. 
 
Die parallele Festlegung entsprechender Zielwerte bei den Beschäftigungsquoten Älterer 
gewährleistet, dass endlich auch die Beschäftigungschancen der vom „längeren 
Arbeiten“ unmittelbar betroffenen Altersgruppen ins Rampenlicht kommen. Zeigt zB das 
neue spezifische Arbeitsmarkt-Monitoring für die Altersgruppe ab 55, dass die Betriebe 
nicht genügend Arbeitsplätze anbieten, dann werden entsprechende Maßnahmen zu 
setzen sein (zB Verschärfung der Bonus-/Malus-Regelung).  
 
Gezielt wurde bei den Zielwerten auf Beschäftigungsquoten und nicht auf Erwerbsquoten 
abgestellt, weil letztere neben den aktiv Erwerbstätigen auch die Arbeitslosen umfassen. 
Die Anhebung des faktischen Pensionsalters soll aber nicht durch einen Anstieg der 
Arbeitslosigkeit Älterer „erkauft“ werden.  
 
? Bonus/Malus-System für Unternehmen 
Die im Grundsatz schon in Bad Ischl 2011 vereinbarte Einführung eines Bonus-/Malus-
Systems für AGInnen ist nun im Regierungsprogramm festgeschrieben. Mit dem 
Quotenmodell werden künftig vor allem jene Unternehmen in die Pflicht genommen, die 
keine oder wenige ältere ArbeitnehmerInnen beschäftigen. Im Gegenzug erhalten 
Arbeitgeber einen Bonus, wenn sie arbeitslose Personen ab dem 50. Lebensjahr 
einstellen und für eine Mindestdauer beschäftigen.  
 
Als Einstieg in die neue Regelung werden im Jahr 2014 alle Unternehmen ab 25 
ArbeitnehmerInnen über ihren aktuellen Älterenanteil und über die bis 2016 zu 
erreichenden Zielwerte informiert. Unternehmen, die diese Zielwerte bis 2016 nicht 
erreichen, haben ab 2017 eine Ausgleichszahlung zu leisten. Das Volumen orientiert sich 
an der derzeit bestehenden Auflösungsabgabe (ca 50 Mio Euro pro Jahr). Die 
Auflösungsabgabe wird bis 2016 zur Förderung älterer ArbeitnehmerInnen verwendet. 
Mit Inkrafttreten der neuen Maßnahme ab 2017 soll sie entfallen. 
 
Die Beschäftigungsquoten für ältere ArbeitnehmerInnen werden nach dem 
Branchenschnitt festgelegt; zum einen für die Altersgruppe der 55-59-Jährigen und zum 
anderen für die Über-60-Jährigen.  
 
Im Jahr 2012 haben rund 293.000 Betriebe 3,4 Millionen ArbeitnehmerInnen beschäftigt. 
Rund 18.000 Betriebe davon beschäftigen 25 und mehr ArbeitnehmerInnen. Insgesamt 
beschäftigen diese größeren Betriebe rund 2,4 Mio ArbeitnehmerInnen. Rund 2.000 
dieser größeren Betriebe beschäftigen kontinuierlich keine Älteren, in rund 5.600 dieser 
Betriebe ist der Anteil der Älteren kleiner als 5 Prozent. 
 
? Maßnahmenbezogenes Monitoring der Entwicklung des faktischen 
Pensionsantrittsalters und der Beschäftigungsquoten sowie detailliertes 
Frühpensionsmonitoring  
Das verfeinerte Maßnahmen-Monitoring bringt den Vorteil, dass die Ursachen zB für eine 
allfällige Nichterreichung des Ziels beim faktischen Pensionsalter besser als bisher 
erhoben werden können. Damit sollte es in Zukunft einfacher werden, zu einer 
sachlichen bzw ursachenspezifischen Gegensteuerung zu kommen.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.