Full text: AK Unternehmensmonitor

AK-Unternehmensmonitor   5
Finanzielle Stabilität: Solide Basis als Rüstzeug für schwierige Zeiten 
Wie in den bisherigen Jahren verfügen die Unternehmen auch 2013 mit einer Eigenkapitalquote 
von 44,7 Prozent über eine ausgezeichnete Eigenkapitalausstattung und damit über einen sehr 
guten Krisenpolster. Im Sektorenvergleich liegt der Sektor Sachgüter an der Spitze, welcher mit 
49,3 Prozent das Gesamtvermögen fast zur Hälfte eigenfinanziert hat. Den zweiten finanziellen 
Stabilitätsindikator stellt die Zahlungsfähigkeit dar, welche mit einem durchschnittlichen Liquidi-
tätsgrad von 106,8 Prozent im Jahr 2013 weiterhin sehr gut ist. Das beste Unternehmensviertel 
darf sich sogar über sensationelle Liquiditätswerte von über 183,5 Prozent freuen. Damit dürften 
österreichische Unternehmen keine Schwierigkeiten haben allfällige kurzfristige Schulden prob-
lemlos zu bedienen. 
Standortsicherung: Augenmerk auf Investitionen nimmt zu   
Die Ergebnisse des AK-Unternehmensmonitors zeigen nach wie vor eine hohe Investitionsbe-
reitschaft der Unternehmen. Es wurde in den letzten fünf Jahren immer deutlich über dem 
Niveau der Wertmindungen von Sachanlagen investiert. 2013 stellt der Wert mit 148,0 Prozent 
den höchsten Wert im gesamten Untersuchungszeitraum dar. Sachanlageninvestitionen sind im 
Vergleich zu Finanzanlageinvestitionen wichtiger geworden. Bei Betrachtung des sogenannten 
„ungenützten Investitionspotenzials“ – einer Kennzahl, die das Verhältnis der geplanten Aus-
schüttungen zu den vorgenommen Sachinvestitionen misst, wird diese Entwicklung ebenfalls 
gut sichtbar. Es scheint so, als habe es 2013 eine vorsichtige Trendumkehr gegeben. Während 
nämlich bisher die Dividendenzahlungen Jahr für Jahr die Investitionen ins Unternehmen über-
schritten, liegen die Dividenden erstmals nennenswert unter den Sachinvestitionen. Allerdings 
ist das ungenützte Investitionspotenzial mit durchschnittlich rd. 88,0 Prozent nach wie vor sehr 
hoch. Für den Fortbestand der Unternehmen und auch zum Wohle der Aktionäre wäre es besser 
mäßige Ausschüttungen vorzunehmen und die Mittel ins Unternehmen zu investieren. 
Gesellschaftliche Verantwortung: Unternehmen müssen mehr gesellschaftliche Verantwortung 
in Form von Steuern und Arbeitsplätzen übernehmen
Die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen stellt ebenfalls einen wichtigen Bereich 
dar und wird im Unternehmensmonitor anhand der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und 
am Steuerbeitrag der Unternehmen gemessen. Der Beschäftigungsstand verzeichnete bei den 
untersuchten großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften nur ein sehr mäßiges Wachstum 
von 0,6 Prozent auf rund 573.000 Beschäftigte. Der Steuerbeitrag der österreichischen Unter-
nehmen wird anhand des effektiven Steuersatzes ermittelt. Die Entwicklung in den letzten fünf 
Jahren zeigt, dass dieser stets unter 20,0 Prozent lag und damit auch deutlich unter dem nomi-
nellen Körperschaftssteuersatz von 25,0 Prozent. 2013 zahlen die Unternehmen effektiv 
20,2 Prozent Steuern und überschreiten erstmals leicht die 20 Prozent Marke. Dieser Anstieg 
dürfte auf Einschränkungen bei der Gruppenbesteuerung sowie auf die Eindämmung von 
Steuer begünstigungen zurückzuführen sein.
Fazit
Trotz der schwierigen konjukturellen Rahmenbedingungen dürfen sich die Unternehmen über 
stabile Gewinne und hohe Renditen freuen. Auch die Gewinnausschüttungen bleiben unge-
bremst auf hohem Niveau. Die finanzielle Ausstattung sowie das Eigenkapital als Krisenpolster 
sind nichtsdestotrotz hervorragend. Positiv ist die Priorisierung von Sachanlageinvestitionen 
gegenüber Finanzanlageinvestitionen. Ob für diesen Bereich weiterhin mehr Geld in die Hand 
genommen wird als für Dividenden bleibt abzuwarten.
        

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