AK Stadt · Seite 3 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt Liverpool SCHNELLSPUR FÜR EILIGE Beim Shoppen auf Einkaufsstraßen ärgern sich 47 Prozent der Briten über langsame FußgängerInnen, die ihnen den Weg verstellen. Deshalb hat Liverpool eine Schnellspur für besonders Eilige geschaffen. Im November wurde der optisch mar- kierte „Fast Track“ vor dem Liverpool One Shopping Center eröffnet. Auf diesem Weg können eilige KäuferIn- nen langsamere Flanierer überholen. Vor allem die Jungen sind ungedul- dig. 69 Prozent der 16- bis 24-jäh- rigen BritInnen befürworten einer Umfrage zufolge Überhol spuren. Tests vor Ort ergaben aber, dass viele Menschen die Markierungen igno- rierten und der „Fast Track“-Effekt bescheiden ist. Wuchermieten in London LEBEN IM HOLZSCHUPPEN Wer in London wohnen will, muss tief in die Tasche greifen. Der 22-jährige Joe Peduzzi besichtigte ein WG- Zimmer im Stadtteil Bethnal Green. Etwa ? 530 (755 Euro) sollte das Zim- mer laut Annonce kosten. Einmal dort, merkte er, dass der abgebildete Raum gar nicht zur Vermietung gedacht war. Stattdessen sollte er in einen kleinen Holzschuppen ziehen, der hinter dem Sofa des Gemeinschaftsraums aufge- baut war. Die Fenster der Hütte waren abgedunkelt und eine Matratze lag am Boden. Das ist sogar für London ein Wucher. Als Großstadt treffen Wien besondere Herausforderungen. In der achten Schulstufe ist der Anteil sozial benachteiligter SchülerInnen mit 36 Prozent viermal so hoch wie der österreichische Durchschnitt. Gerade in städtischen Regionen werden mehr Ganztagsschulen und größere Ressourcen zur Förderung von Standorten mit vielen sozial benachteiligten Kindern gebraucht. Denn Bildung wird in hohem Ausmaß vererbt, die Schulleistung hängt stark von der sozioökonomischen Situ- ation der Familie ab. Je früher auf Lernprobleme eingegangen wird, desto höher sind die Zukunftschancen für Kinder aus allen Elternhäusern. Ja, eh – Wien wächst noch immer. Und das letzte Jahr mit all seinen Umbrüchen wird auch dazu beitragen, dass sich der Wachs- tumskurs sicher nicht verlangsamt. So ein schnelles Wachstum bringt neben positiven Effekten, wie etwa der Verjüngung einer Stadt mit Vergreisungstendenzen, auch Pro- bleme und Wachstumsschmerzen mit sich. Die AK hat sich zu diesen Herausforderun- gen intensive Gedanken gemacht: Das AK Wien Parlament – die Vollversammlung – hat Ende Oktober mit großer Mehrheit den Leitantrag „Wien 2015-2020“ beschlossen. In ihm werden die Überlegungen für die Zukunft der Stadt aus Sicht der Arbeitneh- merInnen zusammengefasst. Auch die neue Wiener Stadtregierung hat gründlich nachgedacht und im November das Regierungsübereinkommen „Eine Stadt zwei Millionen Chancen“ vorgelegt. Eine Stadt – 2 Programme, das schreit nach einem Vergleich. Dazu hatte ich auch eine grafische Idee: Wie wär’s, wenn wir die AK Vorschläge vorstellen und daneben eine Ampel, die anzeigt, wie sehr diese Forderung mit dem Regierungsprogramm übereinstimmt, plat- zieren: So stünde „rot“ für „gar nicht“ und „grün“ für „völlig“. Nach kurzer Diskussion in der Redaktion ist diese Idee gestorben: Fast alle Bereiche hätten „gelb“ geleuchtet. Das stünde für „weiß nicht“, „zu unkonkret“, „interpretierbar“, „teils-teils“, „Thema vor- handen, Details fehlen“. Niemand braucht eine Ampel, die immer gelb zeigt. Deswegen gibt’s in diesem Heft auch keine Ampel. Aber doch viele konkrete Vorschläge und Ideen. Wer immer welche braucht, ist herzlich eingeladen sich zu bedienen. Thomas Ritt, Leiter Abteilung Kommunalpolitik der AK Wien Editorial EINE STADT – 2 PROGRAMME GUTE BILDUNG FÜR ALLE Der Anteil sozial benachteiligter Kinder ist in Wien gravierend hoch Q ue lle : A K W ie n London: 755 € monatlich für die Schuppen-Behausung im WG-Gemeinschaftszimmer 01 02 03 04 05 06 07 08 0 01 02 03 04 05 06 07 08 0 Wien Österreich Index sozialer Benachteiligung 19% 18%mittel 35% 66%gering 9% 6%hoch 36% 9%sehr hoch

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