Title:
Assess_Ceta
Creator:
Raza, Werner G. Wikipedia Von Arnim, Rudiger Wikipedia Tröster, Bernhard Wikipedia
PURL document:
urn:nbn:at:at-akw:g-780271
PURL:
https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/image/AC13251280/6/
Research  3 
ZUSAMMENFASSUNG  
Im Herbst 2016 steht auf EU-Ebene die Entscheidung an, ob das ausverhandelte Freihan-
delsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada angenommen wird. Die Europ�ische 
Kommission (EK) wirbt f�r das Abkommen mit der F�rderung von Handelsbeziehungen 
und der Schaffung von Arbeitspl�tzen. Jedoch kommen auch die von der EU-
Kommission beauftragten Studien nur zu einer verschwindend geringen Steigerung 
der Wirtschaftsleistung durch CETA von 0,03% bis 0,08% f�r die gesamte EU. Dies ent-
spricht nach einer mehrj�hrigen Implementierungsphase des Abkommens einem einmali-
gen Einkommensgewinn von 20 Euro pro EU-B�rgerIn. 
Zudem gilt es, die Annahmen und Modelle hinter diesen Ergebnissen zu hinterfragen 
und die nicht beachteten Risiken und Anpassungskosten offenzulegen. Dies ist umso 
wichtiger, als nicht zuletzt die EU-Kommission selbst die Neuartigkeit des Abkommens be-
tont, durch das in vielen Bereichen die Zusammenarbeit in Regulierungsfragen intensiviert 
und der Investorenschutz durch die vieldiskutierte Investor-Staat-Streitbeilegung (Invest-
ment Court System, ICS) ausgebaut wird. CETA gilt damit als eine Vorreiterin f�r die k�nfti-
ge Handelspolitik der EU, in der Themen wie Regulierung, Liberalisierung des �ffentlichen 
Beschaffungswesens und Schutz von Investitionen im Mittelpunkt stehen. 
In dieser Studie werden drei Hauptaspekte behandelt:  
1) Die bekannten Studien zu �konomischen Effekten von CETA werden zusammen-
gefasst und kritisch �berpr�ft. Dabei werden unzureichende Modellannahmen 
problematisiert und fehlende Risiken und Anpassungskosten dargestellt.  
2) Basierend auf dem �FSE Global Trade Model werden die �konomischen Effekte 
von CETA auf die Mitglieder des Abkommens und andere Weltregionen � aber auch 
speziell f�r �sterreich � gesch�tzt. Das verwendete Modell erlaubt dabei im Gegen-
satz zu herk�mmlichen Ans�tzen auch Aussagen zu Effekten auf Besch�ftigung, 
L�hne, Budgetdefizit und Leistungsbilanz.  
3) Modellbasierte Analysen zu den wirtschaftlichen Effekten von Handelsabkommen 
sind immer mit gewissen Unsicherheiten verbunden, da bestimmte Parameter nicht 
exakt abzusch�tzen sind. In den Handelsabkommen der neuen Generation wie CETA 
wird dies durch die Bedeutung von nicht-tarif�ren Handelshemmnissen wie Regulie-
rungen und technische Standards noch verst�rkt, da ex-ante unklar ist, wie stark 
Handelskosten durch regulatorische Zusammenarbeit gesenkt werden k�nnen. Des-
halb wird mithilfe einer Sensitivit�tsanalyse die Schwankungsbreite der Ergeb-
nisse aufgrund der Variation von wichtigen Parametern aufgezeigt. 
Kritik an bestehender Studien 
Zu den wichtigen Studien zu CETA z�hlen die �Joint Study by the European Commission 
and the Government of Canada� (Joint Study, 2008) und das EU Sustainability Impact As-
sessment (SIA, 2011), die beide von der EK beauftragt wurden. Au�erdem ist die Studie 
von Francois/Pindyuk (2013) mit Fokus auf �sterreich von Relevanz. Die in diesen Studien 
verwendeten Modelle beruhen alle auf angebotsseitigen, neoklassischen Annahmen und 
k�nnen nur bedingt Aussagen �ber wichtige makro�konomische Variablen wie insbesonde-
re Besch�ftigungseffekte machen.
        

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