Full text: Sicherheit hautnah (2)

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A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z
Betrieben, sondern haben praktisch alle 
Friseur-Lehrkräfte in Österreich geschult, 
Unterrichtsmaterialien zur Verfügung 
gestellt etc.“ In der Regel sind die Schutz-
maßnahmen in den Friseursalons unzu-
reichend. Beim Färben verwenden die 
meisten Friseurinnen und Friseure Hand-
schuhe, doch diese sollten auch beim 
 Haarewaschen und beim Abspülen getra-
gen werden. Informationsbedarf gibt es 
auch bei den Materialien. Latex-Allergien 
sind in der Bevölkerung gar nicht so selten. 
In Deutschland gab es bereits Todesfälle 
durch Latex-Handschuhe. Chemisch be-
ständiger und – seit sie auch von Spitälern 
in großen Mengen gebraucht werden – 
kostengünstiger sind Nitril-Handschuhe. 
Für Herbst ist eine spezielle Info-Kampag-
ne dazu bei den Friseurbedarfsunterneh-
men geplant.
Hautschutz-ABC
Doch auch für andere Berufsgruppen hat 
die Arbeitsmedizinerin Antes viele prakti-
sche Tipps zum PSA-Bereich Hautschutz 
parat:
hol, dadurch wird die Haut trockener. 
Dagegen helfen pflegende Präparate 
nach der Arbeit, idealerweise werden 
sie auch über Nacht aufgetragen. Kei-
nesfalls sollten Hautpflegeprodukte 
anstelle von Hautschutz verwendet 
werden, denn pflegende Präparate ent-
halten Bestandteile, die gewährleisten 
sollen, dass die Creme möglichst tief in 
die Haut eindringen kann. Wer ein Pfle-
geprodukt vor der Arbeit verwendet, 
riskiert damit die Schädigung der Haut, 
weil diese dadurch auch für die Schad-
stoffe besonders aufnahmebereit ist. 
Für einen effektiven Hautschutz ist der 
korrekte Einsatz von Schutz- und Pfle-
gecremen unerlässlich.
 ?Hautschutzpräparate mit Gerbstoffen 
schützen auch vor Hauterweichung in 
Schutzhandschuhen. Wichtig ist, dass 
das Produkt rund fünf Minuten lang 
einziehen kann, bevor die Handschuhe 
angezogen werden. 
 ?Dermalite(Dermalux)-Geräte zur an-
schaulichen Demonstration des rich-
tigen Hautschutzes: Unter einer fluo-
reszierenden Lampe wird sichtbar, wo 
ausreichend (mit einer Fluoreszenzlo-
tion) eingecremt wurde und wo nicht. 
Die Haut zwischen den Fingern, der Na-
gelfalz, aber auch Ringe sind kritische 
Stellen.
 ?Bei mehreren Arbeitnehmerinnen/Ar-
beitnehmern sind Spender aus hygieni-
schen Gründen die am besten geeigne-
ten Behälter.
Antes kennt die Tücken des Alltags: „Vor 
der Entscheidung für ein Schutzhand-
schuh-Modell wird oft lange nachge-
dacht, alle Für und Wider werden sorgfäl-
tig erwogen. Leider hapert es dann nicht 
selten bei der korrekten Anwendung. Aus 
falsch verstandener Sparsamkeit – auch 
seitens der Beschäftigten – werden Ein-
malhandschuhe mehrfach verwendet. 
Defekte an Handschuhen werden teilwei-
se nicht erkannt und der Handschuh wei-
ter eingesetzt. Oder die Schutzwirkung 
wird dadurch zunichte gemacht, dass 
kontaminierte Handschuhe nicht korrekt 
ausgezogen werden.“
 ? Prophylaktische Allergietestungen sind 
nicht zielführend, da nur der aktuelle 
Zustand wiedergegeben werden kann 
und eine Allergie im Laufe der Zeit ent-
stehen kann. Durch Schutzmaßnahmen 
hingegen lässt sich das Risiko, eine be-
rufsbedingte Hauterkrankung zu ent-
wickeln, stark reduzieren.
 ?Hautschutzpläne, auf denen dargestellt 
ist, wer wann welchen Hautschutz so-
wie welche Hautreinigung und -pflege 
anwenden soll, sollten nicht nur aus-
gehängt, sondern auch erklärt werden. 
Danach ist zu prüfen, ob auch tatsäch-
lich alles richtig verstanden wurde.
 ?Duftstoffe sind potenzielle Allergene, 
daher werden besser unparfümierte 
Präparate verwendet.
 ?Hautschutzpräparate sehen zwar 
meist genauso aus und fühlen sich so 
an wie Pflegecremen, wirken aber aus-
schließlich vorbeugend. Sie stärken die 
mechanische Festigkeit der obersten 
Hautschicht. Damit schützen sie vor 
Hauterweichung und Verschmutzung 
und erschweren das Eindringen von 
vielen Schadstoffen. Manche Haut-
schutzprodukte enthalten auch Alko-
Beruflich bedingte Hauterkrankungen: Besonders Friseurinnen und Friseure sind betroffen.
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