Full text: Sicherheit hautnah (2)

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Was ist eine  
Berufskrankheit?
Eine über einen längeren Zeitraum auf den Körper einwirkende Schädigung kann eine Berufskrankheit  
auslösen. Die Anerkennung einer Erkrankung als Berufskrankheit hängt davon ab, ob die Erkrankung  
in der Liste der Berufskrankheiten aufgenommen ist – derzeit sind es 52.
A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z
tigkeit der/des Versicherten festzustellen, ob ein Zusammenhang 
zwischen beruflicher Tätigkeit und Krankheit besteht. In einem 
Bescheid wird ausgesprochen, ob eine Berufskrankheit vorliegt, 
und gegebenenfalls ob und in welcher Höhe eine Versehrtenrente 
gebührt. Wird die Anerkennung der Berufskrankheit oder aber die 
Gewährung einer Versehrtenrente abgelehnt, kann die/der Versi-
cherte binnen vier Wochen beim zuständigen Arbeits- und Sozial-
gericht eine Klage einbringen. Auch die Höhe der Versehrtenrente 
kann mit einer Klage bekämpft werden.
Christa Marischka, AK Wien
Liste der Berufskrankheiten unter tinyurl.com/liste214
Mehr Infos unter tinyurl.com/berufskrankheit214
D ie Liste der Berufskrankheiten kennt eine Vielzahl an Er-krankungen, die durch chemische Stoffe (Blei, Quecksil-ber, Arsen etc.) oder andere schädigende Einwirkungen 
(Lärm, ständiger Druck oder Erschütterung, Vibrationen) aus-
gelöst wurden. Aufgrund medizinisch fundierter Erkenntnisse 
konnte ein Zusammenhang zwischen bestimmten beruflichen 
Expositionen und dem Eintritt einer Erkrankung festgestellt wer-
den, sodass nicht in jedem Einzelfall umfangreich wissenschaft-
lich geprüft werden muss. 
Darüber hinaus kann aber auch jede Krankheit, die nicht in der Lis-
te enthalten ist, als Berufskrankheit im Einzelfall anerkannt wer-
den. Dazu bedarf es aber gesicherter wissenschaftlicher Erkennt-
nisse, dass diese Krankheit ausschließlich oder überwiegend durch 
die Verwendung schädigender Stoffe oder Strahlen bei einer von 
der/dem Versicherten ausgeübten Beschäftigung entstanden ist. 
Kann ein Zusammenhang zwischen schädigendem Ereignis und 
einer Erkrankung nicht zweifelsfrei festgestellt werden, liegt keine 
Berufskrankheit vor.
Wer meldet eine Berufskrankheit?
Prinzipiell ist der Arbeitgeber verpflichtet, einen Arbeitsunfall und 
das vermutete Vorliegen einer Berufskrankheit zu melden. Meist 
spricht jedoch der behandelnde Arzt den Verdacht aus, es könne 
unter Berücksichtigung einer bestimmten beruflichen Tätigkeit 
das Erscheinungsbild einer Erkrankung für das Vorliegen einer 
Berufskrankheit sprechen.Sobald der Unfallversicherungsträger 
davon erfährt, hat er von Amts wegen ein Verfahren einzuleiten.
Selbstverständlich hat auch jede/r Versicherte die Möglichkeit, 
dem Unfallversicherungsträger mitzuteilen, dass ein begründeter 
Verdacht auf Vorliegen einer Berufskrankheit besteht. 
Wie wird eine Berufskrankheit anerkannt?
Die Unfallversicherung hat einerseits das Vorliegen einer Erkran-
kung und andererseits unter Berücksichtigung der beruflichen Tä-
© Hoda Bogdan - Fotolia.com
Ständige Erschütterungen über einen längeren Zeitraum können zu 
einer Berufskrankheit führen.
        

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