Full text: Sicherheit hautnah (2)

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A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z
 ?Ängstlichkeit, schwindendes Selbstvertrauen
 ?Depression, Aggression, Schlaf- und Konzentrationsstörungen
 ? Fehlende Motivation, verminderte Arbeitszufriedenheit, gerin-
ge bis keine Bindung mehr an das Unternehmen
 ?Unsicheres Verhalten und Tendenz zu Fehlentscheidungen
 ? Starke Belastungen der zwischenmenschlichen Beziehungen
 ? PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)
Gewalt hat verschiedene Facetten und reicht von verbalen At-
tacken bis hin zu physischen Angriffen. Art, Schwere und Häu-
Gewalt gegen MitarbeiterInnen in Öffis
Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem. Gewalt kommt in Familien, Beziehungen und leider auch in vielen 
Dienstleistungsberufen vor. Das kann nicht akzeptiert werden. Gewalt darf weder Arbeitsalltag sein, noch zum 
Berufsrisiko gehören. Denn die Folgen von Gewalt am Arbeitsplatz sind gravierend.
figkeit der Übergriffe in Öffis haben sich in den letzten Jahren 
verändert, leider nicht in eine positive Richtung. Im juristischen 
Sinn liegt Gewalt vor, wenn jemand einen anderen bewusst kör-
perlich verletzt oder absichtlich eine Sache zerstört, die einem 
anderen oder der Allgemeinheit gehört (z. B. die Beschädigung 
eines Waggons). Im psychologischen Sinne ist Gewalt alles, was 
einen Menschen seelisch verletzt. Dabei ist die Wahrnehmung 
der betroffenen Person entscheidend: Gewalt ist, was jemand als 
Übergriff empfindet. Das beinhaltet auch verbale Attacken und 
Mobbing. 
MitarbeiterInnen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind meist von 
Gewalt durch Dritte (Fahrgäste) betroffen. Sicherheit in U-Bahn, 
S-Bahn, Straßenbahn und Bus ist jedoch eine unabdingbare Vor-
aussetzung für die Akzeptanz und Qualität von Öffis. Das Thema 
muss daher für alle Unternehmen höchste Priorität haben, im 
Sinne der Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern und Fahrgästen. Gewerkschaften, Betriebsrätinnen und 
Betriebsräte sowie Personalvertreterinnen und -vertreter müs-
sen gegenüber dem Management des jeweiligen Unternehmens 
deutlich machen, dass Gewalt nicht hingenommen wird. Kollegin-
nen und Kollegen müssen dazu ermutigt werden, dass sie Über-
griffe jeglicher Art nicht als Berufsrisiko abtun, sondern melden 
und dokumentieren. Es gilt, Gefährdungssituationen sorgfältig 
zu analysieren. Nur durch einen offenen Umgang mit dem Thema 
kann das Vertrauen der MitarbeiterInnen gestärkt werden. 
Tatort Arbeitsplatz – 
Gib der Gewalt im Job keine Chance
Um Bewusstsein für das Thema zu schaffen, aber auch kon-
krete Informations- und Serviceleistungen zu bieten, hat die 
Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida 2009 die Ini-
tiative „Tatort Arbeitsplatz“ ins Leben gerufen. Seit zwei Jahren 
ist die GdG-KMSfB ein starker Kooperationspartner. Zum Pro-
jekt gehören Seminare rund um das Thema Gewalt, die Bereit-
stellung von Materialien und Unterlagen, das Ausarbeiten von 
Betriebsvereinbarungen oder psychologische Beratungen. vida 
bietet betroffenen Mitgliedern auch psychosoziale Ersthilfe bei 
Mobbing oder physischer Gewalt an. Mehr zur Initiative unter 
www.tatortarbeitsplatz.at. 
Peter Traschkowitsch, vida
arbeitnehmerinnenschutz@vida.at
Mehr Infos unter tinyurl.com/gewalt214© Ö
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