Volltext: Sicherheit hautnah (2)

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Erlass zum Klima am  
Arbeitsplatz wirft 
Fragen auf
Der neue Erlass „Arbeitsstätten: Aus-
nahmen/Abweichungen von Klimabe-
stimmungen der AStV“ (GZ:BMASK- 
461.304/0004-VII/A/2/2014 vom 18.6. 
2014) ermöglicht der Arbeitsinspektion, 
auf Antrag Ausnahmen bzw. Abweichun-
gen von Bestimmungen der AStV bei 
bestimmten klimatischen Bedingungen 
am Arbeitsplatz zuzulassen, und wirft 
gleichzeitig Fragen auf. 
Zunächst ist wichtig festzuhalten, dass An-
träge auf Ausnahmen bzw. Abweichungen 
nur in bestimmten Fällen erfolgverspre-
chend sind. Das betrifft ausschließlich fol-
gende Sachverhalte:
 ? Bei Vorliegen wärmestrahlender Flä-
chen/Quellen die Berücksichtigung der 
Strahlungstemperatur bei der Lufttem-
peratur als operative Temperatur (Aus-
nahme von § 28 Abs. 1 AStV).
 ? Bei Vorliegen wärmestrahlender Flä-
chen/Quellen die Obergrenzen der 
Luftgeschwindigkeit bei geringer und 
normaler körperlicher Belastung (Aus-
nahme von § 28 Abs. 3 AStV).
 ? In Küchen die zulässigen maximalen 
Lufttemperaturen und Luftgeschwin-
digkeiten (Konkretisierung von § 28 Abs. 
4 AStV).
 ? In Spritzlackieranlagen die zulässige 
maximale Luftgeschwindigkeit (Aus-
nahme von § 28 Abs. 3 Z 2 AStV).
Vier Praxistipps:
1. Im Regelfall gibt es keine Veranlassung, 
etwas zu tun. Die Grenzwerte für die 
Lufttemperatur und Luftgeschwindig-
keit nach § 28 Abs. 1 und 3 AStV können 
eingehalten werden (zwischen 19 und 
25 °C und maximal 0,10 m/s bei Arbei-
ten mit geringer körperlicher Belastung 
bzw. zwischen 18 und 24 °C und maxi-
mal 0,20 m/s bei Arbeiten mit normaler 
körperlicher Belastung).
2. Ein Ausnahmeantrag hat überhaupt nur 
dann Erfolgsaussicht, wenn die „Einhal-
tung dieser Werte aufgrund der Nut-
zungsart des Raumes nicht möglich ist“ 
(vgl. § 28 Abs. 4 AStV) und wärmestrah-
lende Flächen/Quellen im Arbeitsraum 
vorhanden sind. Das können Backöfen, 
Trocknungsanlagen etc. sein, nicht aber 
Heizkörper für die normale Raumhei-
zung oder die Sonnenstrahlung durch 
Glasflächen. 
3. Dem Ausnahmeantrag müssen als 
Nachweis Messprotokolle über die ob-
jektive Temperatur nach ÖNORM EN 
ISO 7730 an den dafür bestimmten Ar-
beitsplätzen angeschlossen werden. Für 
die Messungen ist ein spezielles geeich-
tes Messgerät, ein Kugelthermometer, 
nötig, das die Wärmestrahlung und 
die Behaglichkeitsindizes (PMV/PPD-In-
dizes) ermittelt. Die Kosten für ein Ku-
gelthermometer liegen um 700 Euro.
4. Die Temperatur und Luftgeschwindig-
keit in Küchen und die Luftgeschwin-
digkeit in Spritzlackieranlagen sind im 
Erlass gesondert „geregelt“.
 
Alexander Heider, AK Wien
Mehr Infos unter tinyurl.com/klima214
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