Full text: Sicherheit hautnah (2)

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A R B E I T N E H M E R i N N E N S C H U T Z
Hautschutz und Hautpfle-ge sind keineswegs nur Privatsache und Kosme-tik. In manchen Berufen ist der „systematische Schutz der Haut durch 
äußerlich auf die Haut aufzubringende 
Hautmittel (Hautschutz, Hautreinigung, 
Hautpflege)“ unerlässlich, um Hauterkran-
kungen und Hautschädigungen durch 
UV-Strahlen, Arbeitsstoffe, starke Verun-
reinigungen etc. zu vermeiden. Mit der 
neuen PSA-Verordnung ist Hautschutz 
seit 1. Mai 2014 eindeutig als Bestandteil 
der Persönlichen Schutzausrüstung defi-
niert und geregelt.
„Die PSA-V ist die längst notwendige Kon-
kretisierung der PSA-Richtlinie der EU, in 
der Schutzcremen eindeutig erwähnt wer-
den“, so AUVA-Arbeitsmedizinerin Astrid 
Antes. Hautkrankheiten sind nach Lärm-
schwerhörigkeit die zweithäufigste aner-
kannte Berufskrankheit. Höchste Zeit also, 
dass Hautschutz endlich ein fixer Bestand-
teil der persönlichen Schutzausrüstung 
wurde. Betroffen sind keineswegs nur Be-
schäftigte, die mit ätzenden Chemikalien 
oder im Freien tätig sind. Jedes Arbeiten 
im feuchten Milieu – und dazu zählt im 
Allgemeinen auch regelmäßiges längeres 
Tragen von Schutzhandschuhen – kann 
den Säureschutzmantel der Haut zerstö-
ren. Kommen dann noch starke alkalische 
Substanzen dazu, können Bläschen und 
Rötungen entstehen, Juckreiz und später 
Schuppenbildung mit Vergröberung des 
Hautreliefs sowie Risse (Rhagaden). 
Vom Ekzem zur Allergie
In solchen Fällen ist rasche Behandlung 
erforderlich, sonst können sich daraus 
Kontaktallergien bzw. allergische Kontakt-
ekzeme entwickeln – und das erstaunlich 
bald. So bildet sich etwa das „Friseurek-
zem“ bei 55 Prozent der Betroffenen schon 
im ersten Lehrjahr. „Ältere Kolleginnen 
meinen dann oft: Das hatte ich auch am 
Anfang. Das gehört dazu und verschwin-
det irgendwann wieder“, berichtet Antes, 
„doch daraus kann sich relativ rasch eine 
Allergie entwickeln. Daher sollte man 
so früh wie möglich mit Therapie und 
Schutzmaßnahmen beginnen“.
Mit 27 Prozent stellen Friseurinnen und 
Friseure die größte Gruppe bei den aner-
kannten beruflich bedingten Hauterkran-
kungen. Wobei der Anteil noch höher sein 
dürfte, denn Hauterkrankungen werden 
nur dann als Berufskrankheit anerkannt, 
wenn die schädigende Tätigkeit aufgege-
ben wird – und das wollen viele Betrof-
fene nicht. Damit PSA auch bei Friseurin-
nen und Friseuren schon vor den ersten 
gesundheitlichen Problemen vorschrifts-
mäßig zum Einsatz kommt, gibt es seit 
2013 einen entsprechenden Schwerpunkt 
der AUVA: „Wir waren nicht nur in den 
Text: Astrid Fadler /// Foto: Michael Mazohl
Mit der neuen Verordnung Persönliche Schutzausrüstung (PSA-V) wurde 
dieser Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes nicht nur aktualisiert, 
sondern auch erstmals zusammengefasst und konkretisiert.
        

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