Full text: Beschäftigungssituation und Problemlagen von MigrantInnen - Exploration des Status quo in Wien

3 Vorwort Wien stellt den einzigen Großstadtarbeitsmarkt Österreichs dar, der auch weit über die Landes- und Staatsgrenzen ausstrahlt. Damit verbunden ist zwangsläufig ein hoher Grad an Polarisierung: Hier werden die höchsten Löhne bezahlt und Arbeitsstellen mit höchstem Anforderungsprofil angeboten. Andererseits sind hier auch die Arbeitslosigkeit und wohl auch der Anteil undokumentierter und niedrig entlohnter Arbeit besonders hoch. Gleichzeitig verfügt Wien über eine ausgeprägt diverse Bevölkerungsstruktur: Knapp die Hälfte der WienerInnen hat Migrationshintergrund. Durch die im Sommer 2015 eingesetzte starke Fluchtzuwanderung nach Österreich, die zu zwei Drittel Wien zum Ziel hat, wird diese Diversität von Gesellschaft und Arbeitsmarkt noch weiter vertieft und aufgefächert. In dieser Entwicklung liegen sehr viele Chancen. Sie kann einen Schub an Dynamik, Innovation und Kreativität unterstützen. Sie stellt zunächst aber eine sehr große Herausforderung für die Institutionen und die Politik der Stadt dar. Denn in vielen Fällen passen Anforderungen und Qualifikation der ArbeitnehmerInnen nicht unmittelbar zusammen oder die Qualifikation bedarf der Validierung um hier verwertbar zu sein. Sprachprobleme auf der einen Seite und ein Nachholbedarf für Institutionen und Gesamtgesellschaft, mit hoher Diversität angemessen umzugehen, sind weitere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt; dies betrifft ZuwandererInnen und länger Ansässige gleichermaßen. Eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik für Wien muss diesen Kontext berücksichtigen, ohne dass dafür eine Blaupause zur Verfügung steht, die ausreichend Orientierung bietet. Die vorliegende Kurzstudie ist daher Teil eines modular aufgebauten Projektes, die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Wien vor diesem Hintergrund zu analysieren und darauf aufbauend Lösungsansätze zu entwickeln. Angestrebt werden schließlich auch ganz konkrete Projekte, die erste Umsetzungsschritte für diese Lösungsansätze darstellen sollen. Es geht dabei nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Gerade in Wien werden bereits jetzt viele Maßnahmen und Projekte durchgeführt, die Benchmarkcharakter für andere europäische Städte haben können. Auch dies soll sichtbar gemacht werden. Dennoch ist das Ziel, auch von anderen zu lernen.

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