Full text: Schattenbanken in Europa

SCHATTENBANKEN    | 7
Thema
Fonds, die bis 
15 Uhr die relevan-
ten Dokumente bei 
der Regulierungs-
behörde in Irland 
einreichen, erhalten 
bereits am Folgetag 
ihre Zustimmung.
Abb. 3: 
Anteile am euro-
päischen Schatten-
banksystem 2014
Diese Länder „beheimaten“ gemeinsam 
zwar 71,6 Prozent des europäischen 
Schattenbanksystems ( Abbildung unten ), 
schaffen jedoch nur 22,9 Prozent der 
europäischen Wirtschaftsleistung. Inter-
nationale Finanzakteure verlagern diverse 
Finanzoperationen in großem Stil dorthin. 
Gemeinsam sind diesen Staaten ein stark 
liberalisiertes Finanzsystem und eine eher 
lasche Regulierung. Insbesondere Irland, 
Luxemburg, Großbritannien und die Nie-
derlande gelten als die Knotenpunkte des 
europäischen Schattenbanksystems. Es 
ist wohl kein Zufall, dass darunter auch 
jene Staaten sind, welche im Zuge der 
Steuervermeidungsdebatte immer wieder 
in Diskussion sind.
DIMENSIONEN IN DEN EU-STAATEN
D
as Volumen der Schattenbanken 
(gemessen an deren Bilanzsumme) 
ist sehr unterschiedlich. Es reicht 
von fast 8 Billionen Euro in Luxemburg 
und Großbritannien über etwa 2 Billionen 
Euro in Deutschland und Frankreich bis 
„nur“ etwa 5 Milliarden Euro in Lettland 
und Litauen. Es zeichnen sich drei Grund-
typen ab:
Grundtyp 1: 
Schattenbanksystem-Intensität 
über 3
Die Schattenbanksystem-Intensität wird 
hierbei als Vielfaches des BIP gemessen. 
Hier sind das Finanz- und Schattenbank-
system sehr stark ausgeprägt:
Land
 Schatten-
  bank-
 system-
Intensität
 Finanz-
sektor
in 
Relation
zum BIP
Luxemburg 163,1 184,1
Malta 21,2 29,9
Irland 15,6 21,3
Zypern 9,0 15,1
Niederlande 8,4 14,4
Großbritannien 3,5 12,1
        

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